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Pavor nocturnus

Synonym: Nachtschreck, Inkubus

1 Definition

Als Pavor nocturnus wird eine meist bei Kindern auftretende Art der Parasomnie bezeichnet.

2 Epidemiologie

Typisches Alter für das Auftreten eines Pavor nocturnus ist die Phase zwischen dem 4. und 12. Lebensjahr. Eine Häufung findet sich um die Einschulungszeit. Während der Pubertät oder im Erwachsenenalter auftretender Pavor nocturnus ist selten und ungewöhnlich. Das männliche Geschlecht ist häufiger betroffen.

Das Sprechen im Schlaf, Somnambulismus und die Enuresis nocturna sind häufig mit einem Pavor nocturnus assoziiert.

3 Ätiologie

Die Ätiologie des Pavor nocturnus ist letztlich unklar. Anzunehmen sind am ehesten psychologische Auslöser, insbesondere Stress, Überforderung, eine gespannte Familiensituation aber auch große Freude und Aufregung.

Selten sind frühkindliche Hirnschädigungen als Ursache für einen Pavor nocturnus zu finden.

4 Symptomatik

Etwa 2-3 Stunden nach dem Einschlafen kommt es meistens durch einen lauten Aufschrei, seltener durch Winseln und Jammern zur Auffälligkeit. Starke vegetative Reaktionen wie Tachykardie, Tachypnoe und Kaltschweißigkeit begleiten den weiteren Verlauf. Die Kinder machen einen verängstigten Eindruck, lassen sich nicht erwecken und ansprechen.

Nach bis zu 15 Minuten erwachen die Kinder und fallen meistens in einen normalen Schlaf. Charakteristischerweise erninnern sich die betroffenen Kinder am nächsten Morgen nicht mehr an das nächtliche Ereignis.

4.1 Differentialdiagnose

5 Therapie

Ein Pavor nocturnus erfordert in der Regel keine spezifische Therapie. Wichtig ist es, die Symptomatik klar zu erfragen und Differentialdiagnosen nicht ausser Acht zu lassen. Besorgte Eltern müssen auf die prinzipielle Harmlosigkeit des Phänomens hingewiesen und nach Möglichkeit beruhigt werden.

Zu achten ist darauf, dass sich beim betroffenen Kind kein Vermeidungsverhalten bezüglich Situationen einstellt, in denen Außenstehende den Pavor nocturnus miterleben könnten (z.B. Klassenfahrt, Übernachtung bei Freunden).

Selten, vor allem im Erwachsenenalter kann ein Pavor nocturnus der Beginn oder der Ausdruck einer bestehenden psychatrischen Störung im Sinne einer Phobie oder Neurose sein. In diesen Fällen ist eine psychiatrische Betreuung (z.B. Verhaltenstherapie) zu erwägen.

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