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Os ilium (Geflügel)

Synonym: Darmbein, Ilium

1 Definition

Als Os ilium bezeichnet man einen der drei Knochen des Beckengürtels beim Geflügel.

2 Anatomie

Das Os ilium bildet - zusammen mit den restlichen zwei Beckengürtelknochen (Ossa cinguli membri pelvini) - das Os coxae. Es ist mit seinem Gegenstück unter Zwischenschaltung des starren Synsacrums zu einer Einheit, dem Os innominatum, verbunden.

2.1 Morphologie

Am Os ilium können grob drei Abschnitte sowie mehrere Knochenstrukturen beschrieben werden:

  • Ala praeacetabularis ilii (Pars praeacetabularis ilii):
    • Facies dorsalis
    • Facies ventralis
  • Ala postacetabularis ilii (Pars postacetabularis ilii):
    • Facies dorsalis
    • Facies lateralis
    • Facies ventralis
  • Corpus ilii (Corpus ossis ilii):
    • Crista iliaca obliqua
    • Pila ilioischiadica
    • Crista iliaca intermedia
    • Facies renalis ilii
    • Incisura acetabularis
    • Antitrochanter
    • Tuberculum praeacetabulare (Processus pectinealis)

Das Os ilium ist der größte und längste Knochen des Os coxae. Der zentrale Anteil wird als Corpus ilii bezeichnet und bildet den vorderen und oberen Teil des Acetabulums sowie den dorsalen Anteil des Antitrochanters. Kranial läuft das Os ilium als breite Ala praeacetabularis ilii aus, deren Margo cranialis in den meisten Fällen noch die letzten ein bis zwei Rippen überragt. Durch die Längsausdehnung des Knochens kann eine Versteifung des Rumpfskeletts gewährleistet werden. Gleichzeitig bietet dieser Beckenabschnitt eine breite Ansatzfläche für die Muskeln der Hintergliedmaße.

Nach kaudal ragt die markante Ala postacetabularis ilii. Dieser Knochenflügel weist zwei Flächen (Facies dorsalis und Facies lateralis) auf, die durch die Crista iliaca dorsolateralis voneinander getrennt sind. Eine dritte Fläche (Facies dorsalis) schließt sich medial mit ihrem Rand (Margo medialis) an das Synsacrum an. Im Gegensatz dazu geht die Facies lateralis fließend in die Ala ischii (Abschnitt des Os ischii) über. Die kaudale Begrenzung des Os ilium wird als Margo caudalis bezeichnet. Dieser Randabschnitt trägt in der Verlängerung der Crista dorsolateralis den tastbaren Processus dorsolateralis. Der tiefragende Einschnitt zwischen den beidseitigen Processus dorsolaterales heißt Incisura caudalis pelvis und wird vom ersten freien Schwanzwirbel besetzt.

An der Innenfläche des Os ilium kann an der Facies renalis ilii eine Fossa renalis als deutliche Vertiefung beschrieben werden. In dieser Ausbuchtung kommen die Nierenlappen zum liegen. Der kaudale Nierenlappen schiebt sich dabei in einen von der Ala postacetabularis ilii gebildeten Recessus iliacus hinein.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.
  • King, Anthony S. et al. Handbook of Avian Anatomy: Nomina Anatomica Avium. Second Edition. Cambridge, Massachusetts. Published by the Club, 1993.

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