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Musculus complexus (Geflügel)

Synonym: M. complexus

1 Definition

Der Musculus complexus ist ein Skelettmuskel, der zur Gruppe der Halsmuskeln gehört und beim Geflügel ausgebildet ist.

2 Anatomie

Die Halsmuskeln können anhand ihrer topographischen Lage in vier Gruppen unterteilt werden - in eine postkraniale, laterale, dorsale und ventrale. Der Musculus complexus wird dem postkranialen Anteil zugeteilt.

2.1 Verlauf

Der Musculus complexus entspringt beim Huhn als kräftiger und platt ausgebildeter Muskel am Processus articularis caudalis des 4. sowie am Processus articularis cranialis des 5. Halswirbels. Eine zusätzliche Muskelzacke kommt von der Seitenfläche des 3. Halswirbels und strahlt in den Muskel ein. Nach seinem Ursprung vereinigt er sich mit dem gleichnamigen Muskel der Gegenseite - noch vor seinem Ansatz am Os supraoccipitale - in der Medianebene.

Während seines Verlaufs bedeckt er zum Teil oder auch vollständig den Bauch des Musculus biventer cervicis.

Bei der Taube entspringt der Musculus complexus am 3. und 4. Halswirbel, bei der Ente stammt er vom 3. bis 5. Halswirbel. Bei der Ente setzt er neben der Medianen am Os supraoccipitale auch noch entlang der Crista nuchalis transversa (kaudolateral) an und bedeckt dabei den Musculus depressor mandibulae.

2.2 Innervation

Der Musculus complexus wird von den zervikalen Spinalnerven mit motorischen Fasern versorgt.

3 Funktion

Bei einseitiger Kontraktion führt der Musculus complexus zu einer Seitwärtsdrehung des Kopfes. Bei einer beidseitigen Kontraktion erfolgt sowohl ein Heben als auch ein Strecken des Kopfes.

Der Musculus complexus erfüllt zudem eine bedeutende Rolle beim Schlüpfen der Küken aus der Eischale. So weist er am Tag des Schlüpfens seine größte Ausdehnung (mehr als das 4-fache) auf, wobei er wenige Tage danach wieder auf seine Normalgröße zurück schrumpft. Es existieren hierzu mehrere Hypothesen, wobei der Muskel nachweislich für das Andrücken des Schnabels an die Kalkschale verantwortlich ist. Dadurch wird ermöglicht, dass der Eizahn die Kappe (wie ein Diamant) herausschneidet.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.

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