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Multipler Schlaflatenztest

Synonyme: MSLT, MSL-Test
Englisch: Multiple Sleep Latency Test

1 Definition

Der Multiple Schlaflatenztest, kurz MSLT, ist ein diagnostisches Verfahren der neurologischen Schlafmedizin zur Feststellung pathologischer Wach-/Schlaf-Rhythmen.

2 Hintergrund

Vorbereitend auf den Test sollte der Patient eine Woche vor der Untersuchung ein Schlaftagebuch führen. Nikotin, Coffein, körperliche Aktivitäten und Sonnenlicht beeinflussen die Ergebnisse der Untersuchung und müssen daher gemieden werden. Das Verfahren ist stark standardisiert, um mögliche ablenkungsbedingte Abweichungen auszuschließen.

Der MSL-Test findet im Schlaflabor statt und besteht aus vier bis fünf an einem Tag durchgeführten, 20-minütigen Einheiten mit gleichem Aufbau. Der gesamte Test dauert in der Regel ca. 7 Stunden im Laufe eines Tages. Der Patient wird, oft am Tag nach einer in der vorherigen Nacht durchgeführten Polysomnographie, aufgefordert, in einem abgedunkelten Raum einzuschlafen. Dabei werden Messungen mittels EEG, EKG, Muskeltonusmessungen und Pupillographie durchgeführt.

Die bei den einzelnen Durchgängen erstellten Schlafprofile (Hypnogramm) werden durch einen klinischen Neurophysiologen, Neurologen oder Schlaf-Spezialisten ausgewertet. Besonders aufschlussreich ist hierbei, ob und wie schnell ein Patient innerhalb der 20-minütigen Untersuchung einschläft (Schlaflatenz) und ob während des Schlafs REM-Phasen auftreten ("sleep onset-REM", kurz SOREM).

Schlaflatenzzeiten von < 8 Minuten und v.a. das Auftreten von SOREM-Phasen weisen auf das Vorliegen einer Narkolepsie hin. Weitere Symptome eines pathologischen Wach-/Schlafrhythmus' sind auftretende Halluzinationen während des Einschlafens (hypnagog) und des Aufwachens (hypnopomp).

3 Indikation

Der Multiple Schlaflatenztest wird zur Abklärung des Vorliegens bestimmter Dyssomnie Formen, in erster Linie der Narkolepsie und Tagesschläfrigkeit angewendet.

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