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Maximumintensitätsprojektion

(Weitergeleitet von Maximum-Intensitätsprojektion)

Englisch: maximum intensity projection

1 Definition

Die Maximumintensitätsprojektion, kurz MIP, ist eine Methode der Bildbearbeitung bei der Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).

siehe auch: Minimumintensitätsprojektion (MinIP)

2 Hintergrund

Bei der Maximumintensitätsprojektion wird entweder der gesamte Bilddatensatz herangezogen oder nur ein bestimmtes Darstellungsvolumen (Volume of Interest, VOI) ausgewählt. Anschließend wird der dreidimensionale Bilddatensatz auf die zweidimensionale Betrachtungsebene projiziert, wobei nur die Datenpunkte mit der maximalen Intensität entlang der Projektionsrichtung ausgewählt werden. Eine einzelne MIP vermittelt somit lediglich zweidimensionale Informationen. Ein dreidimensionaler Bildeindruck entsteht, wenn mehrere MIP-Ansichten rekonstruiert und filmartig im so genannten Cine-Modus betrachtet werden.

Wird das Bildvolumen in mehrere dünnere Subvolumina ("Slabs") mit einer Dicke von wenigen Millimetern bis Zentimetern geteilt, spricht man von einer Dünnschicht- bzw. Thin-Slab-MIP. Im Vergleich zu einer gleich dicken axialen Schicht oder MPR ist die Ortsauflösung identisch. Aufgrund von Partialvolumeneffekten nimmt der Kontrast von kleinen Strukturen hoher Dichte mit zunehmender Dicke einer MPR ab, während der Kontrast bei einer MIP unabhängig von der Slab-Dicke weitgehend konstant bleibt.

3 Anwendung

MIP-Techniken optimieren den Kontrast kleiner kontrastreicher Strukturen zu ihrer Umgebung. Sie werden insbesondere in der CT- bzw. MR-Angiographie eingesetzt. Weiterhin ist eine Thin-Slab-MIP bei der Diagnostik kleiner Rundherde bei diffusen Lungenerkrankungen hilfreich, da sie den hohen Kontrast dünner Schichten mit der besseren anatomischen Orientierung dicker Schichten verbindet.

3.1 CT-Angiographie

Die MIP eignet sich insbesondere zur Darstellung von Bauch-, Becken- und Beingefäßen. Für die Diagnostik von komplexen vaskulären Malformationen, einer Aortendissektion, einer zentralen Lungenembolie oder flottierender Thromben wird sie jedoch nicht empfohlen.

Bei der Beurteilung von MIP-Bildern einer CT-Angiographie sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Kleinere Gefäße mit geringerer oder identischer Dichte zur Umgebung werden bei zu großem VOI oder relativ dichten Umgebungsstrukturen nicht dargestellt. Ursächlich sind Partialvolumeneffekte oder ein unzureichender arterieller Kontrast.
  • Wandständige Thromben oder weiche Plaques sind mittels MIP häufig nicht direkt darstellbar. Partialvolumeneffekte zwischen weichem Plaque und kontrastiertem Gefäß können z.T. zu einer Dichteminderung des Lumens in der Region führen.
  • Dissektionsmembranen werden nur dargestellt, wenn sie parallel zum Betrachtungswinkel der MIP verlaufen. Bei unterschiedlicher Kontrastierung des wahren und falschen Lumens wird die Weite des höher kontrastierten Lumens meist überschätzt, außer die Projektion ist parallel zur Dissektionsmembran.
  • Gefäßverkalkungen projizizieren sich über die Gefäßstrukturen. Sie sind mittels MIP gut erkennbar, jedoch kann der Stenosegrad durch den harten Plaque besser durch eine gekrümmte MPR (CPR) eingeschätzt werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Juli 2021 um 16:53 Uhr bearbeitet.

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