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Multiplanare Reformation

(Weitergeleitet von MPR)

Synonym: multiplanare Rekonstruktion
Englisch: multiplanar reformation, multiplanar reconstruction

1 Definition

Die multiplanare Reformation, kurz MPR, ist eine Methode der Bildbearbeitung bei der Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Positronenemissionstomographie (PET).

2 Radiologie

Mit Hilfe der MPR können Daten in einer bestimmten Ebene (meist axiale Ebene) in eine andere Ebene (z.B. coronal oder sagittal) umformatiert werden. Weiterhin sind auch gekrümmte Rekonstruktionen (Curved Planar Reformation, CPR) möglich: Dabei wird eine Struktur (meist Blutgefäß) nachgezeichnet und ein zweidimensionales Bild erzeugt, das diese Struktur entlang ihrer Achse darstellt (z.B. Vessel Tracking).

2.1 Dickschicht-MPR

Werden für die MPR eine Reihe nebeneinander liegender Voxel berücksichtigt, können Rekonstruktionen mit höherer Schichtdicke (Dickschicht-MPR oder Slab MPR) erstellt werden. Dadurch kann das Bildrauschen ohne größeren Verlust der Ortsauflösung reduziert werden. Andererseits nehmen Partialvolumeneffekte zu und kleine Details werden ggf. übersehen.

2.2 Summenvoxelprojektion

Bei der Summenprojektion (Ray Sum Projection) werden CT-Werte in Projektionsrichtung summiert oder gemittelt. Im Endeffekt entspricht die Summenprojektion einer sehr dicken MPR. Es entsteht ein Bild, das einer konventionellen Röntgenaufnahme ähnelt. Werden knöcherne Strukturen herausgerechnet, ähnelt es einem DSA-Bild. Typische Anwendung der Summenprojektion ist die Darstellung des mit Kohlendioxid gefüllten Kolons (Kolonographie).

3 Anwendung

Multiplanare Reformationen ermöglichen eine bessere anatomische Orientierung bei der Beurteilung von radiologischen Bilder, vor allem wenn eine pathologische Struktur über mehrere Schichten verfolgt werden muss. Die MPR wird insbesondere in der Skelettdiagnostik, in der CT-Angiographie (CTA) und für die Diagnostik von Tumoren eingesetzt. Gekrümmte Reformationen sind hilfreich bei der Darstellung von weichen Plaques in der CTA, zur durchgehenden Darstellung des Pankreasganges und zur Differenzierung zwischen Harnleitersteinen und extraureteralen Verkalkungen.

Bei vielen Fragestellungen erfolgt grundsätzlich eine Dokumentation in mehreren Ebenen. Daher wird die MPR häufig standardisiert durch MTRAs ausgeführt.

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Juli 2021 um 09:02 Uhr bearbeitet.

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