Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Leishmania tropica

Englisch: Leishmania tropica

1 Definition

Leishmania tropica ist der Erreger einer anthroponotischen kutanen Leishmaniose. Die typische Läsion der Infektionskrankheit wird auch als Orientbeule bezeichnet.

2 Epidemiologie

Der Erreger ist in West- und Mittelasien von der Türkei bis Afghanistan und Pakistan, in einigen Gebieten Indiens, im Norden der Arabischen Halbinsel sowie in Marokko und in Griechenland endemisch, und zwar überwiegend in dicht bevölkerten urbanen Siedlungen.[1]

3 Übertragung

Leishmania tropica wird durch den Stich von Sandmücken der Gattung Phlebotomus (hauptsächlich Phlebotomus sergenti) übertragen.[1][2]

4 Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt mindestens eine Woche, liegt in der Regel jedoch zwischen 2 und 8 Monaten.[2]

5 Klinik

5.1 Kutane Leishmaniose

Eine Infektion mit Leishmania tropica verursacht schmerzlose trockene hyperkeratotische Hautläsionen mit verdickten Rändern, die im Normalfall nach 6-15 Monaten von allein abheilen.[3] Der Heilungsprozess hinterlässt jedoch unschöne Narben. Nach erfolgter Selbstheilung entsteht mehrheitlich eine lebenslange Immunität gegen den gleichen Erreger.[2]

5.2 Rezidivierende kutane Leishmaniose

Bei ca. 6% der Infizierten entwickelt sich 1-15 Jahre nach der Primärerkrankung als Komplikation eine rezidivierende kutane Leishmaniose, worunter eine langjährige chronisch-rezidivierende lupoide oder tuberkuloide Form der Krankheit zu verstehen ist.[3] In der Umgebung der Narben der abgeheilten Primärläsion(en) - seltener auch in der Umgebung noch vorhandener Primärläsionen - entstehen multiple Papeln, die sich an unregelmäßig konturierten Rändern peripher sehr langsam vergrößern, während sie in der Mitte verhornen und zum Teil vernarbend verheilen. Diese sekundären Läsionen enthalten nur wenige Erreger. Der Leishmanin-Hauttest bleibt positiv.

5.3 Viszeralisierung

Die durch Leishmania tropica verursachte Infektionskrankheit kann in sehr seltenen Fällen einen viszerotropen Verlauf nehmen. Eine Viszeralisierung der kutanen Erkrankung wurde nach dem ersten Golfkrieg bei amerikanischen Soldaten festgestellt.[3]

6 Quellen

  1. 1,0 1,1 Control of the leishmaniases WHO Technical Report 949, WHO 2010
  2. 2,0 2,1 2,2 WHO EMRO-Cutaneous leishmaniasis factsheet WHO Factsheet Leishmania major und Leishmania tropica
  3. 3,0 3,1 3,2 Diagnostik und Therapie der kutanen und mukokutanen Leishmaniasis in Deutschland Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, 2010

Fachgebiete: Parasitologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (5 ø)

6.038 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: