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Rezidivierende kutane Leishmaniose

Englisch: Leishmaniasis recidivans

1 Definition

Die rezidivierende kutane Leishmaniose ist eine chronische Folgeerkrankung einer kutanen Leishmaniose, die viele Jahre persistieren und unbehandelt entstellende Narben zurücklassen kann.

2 Hintergrund

Die rezidivierende Erkrankung tritt fast ausschließlich als Folge einer Infektion mit Leishmania tropica auf, bei der etwa 6% der Fälle von der Folgeerkrankung betroffen sind.[1]

3 Klinik

1-15 Jahre nach der Primärerkrankung entwickelt sich als Komplikation der vorausgehenden kutanen Leishmaniose eine chronisch-rezidivierende lupoide oder tuberkuloide Form der Krankheit.[1] In der Umgebung der Narben der abgeheilten Primärläsion(en) entstehen multiple rötliche schuppende Papeln. Diese vergrößern sich oft sehr langsam peripher an unregelmäßig konturierten Rändern, während sie in der Mitte verhornen und zum Teil vernarbend verheilen. Das gleichzeitige Vorhandensein von Narben und akuten Läsionen ist ein typisches Krankheitsbild. Bisweilen können die neuen Läsionen allerdings auch in der Umgebung noch nicht vollständig abgeheilter Primärläsionen entstehen.

Diese sekundären Läsionen enthalten nur wenige Erreger. Der Leishmanin-Hauttest ist (stark) positiv.

Eine stets systemisch durchzuführende Behandlung der Krankheit ist schwierig und häufig von Rückfällen begleitet.

4 Südamerikanische Erkrankungsvarianten

In der südamerikanischen medizinischen Literatur werden unter der Bezeichnung (spanisch) Leishmaniasis recidiva cutis oder (portugiesisch) Leishmaniose recidiva cútis verschiedene sehr seltene Fälle kutaner Leishmaniasis vorgestellt, die der zuvor erwähnten Symptomatik ähnlich sind. Erreger sind Leishmania brasiliensis, Leishmania panamensis oder Leishmania amazonensis. Gemeinsam ist allen Erkrankungen, dass mehrere Monate bis mehrere Jahre nach Heilung der Primärläsion in der Umgebung der durch den Heilungsprozess entstandenen Narbe neue rötliche oder auch verkrustete Papeln entstehen, die sich nur sehr langsam vergrößern. Häufig wird die Vermutung geäußert, dass in der Narbe verbliebene Erreger für die Reaktivierung der Krankheit verantwortlich sind. Aussagen über die Leishmanin-Hauttest-Reaktion oder die Anzahl der Erreger in den Läsionen widersprechen sich hingegen zum Teil. Die Erkrankungsform ist äußerst kurz (mit Bildern) auch in der brasilianischen Behandlungsleitlinie erläutert.[2] Auch in der deutschen Leitlinie wird Leishmania brasiliensis neben Leishmania tropica als möglicher Erreger der rezidivierenden kutanen Leishmaniose erwähnt.[1]

5 Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 Diagnostik und Therapie der kutanen und mukokutanen Leishmaniasis in Deutschland Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, 2010
  2. Manual de vigilância da Leishmaniose tegumentar americana, 2.aktualisierte Auflage; Brasilia 2013 Leitlinie des brasilianischen Gesundheitsministeriums

Fachgebiete: Parasitologie

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