Lasertubus
Synonym: laserresistenter Endotrachealtubus
Englisch: laser-resistant endotracheal tube
Definition
Ein Lasertubus ist ein spezieller Endotrachealtubus, der bei laserchirurgischen Eingriffen im Bereich der Atemwege eingesetzt wird. Er reduziert das Risiko einer Tubusentzündung oder -perforation durch Laserstrahlung und dient damit der Prävention von Atemwegsbränden während der Allgemeinanästhesie.
Hintergrund
Bei laserchirurgischen Eingriffen im Bereich des Larynx, der Trachea oder des oberen Respirationstrakts treffen mehrere brandfördernde Faktoren aufeinander: eine hochenergetische Laserquelle, sauerstoffangereicherte Atemgase und ein potenziell brennbares Tubusmaterial. Konventionelle Kunststofftuben können durch Laserenergie perforieren oder sich entzünden, was zu lebensbedrohlichen Atemwegsbränden führen kann. Daher kommen bei entsprechenden Eingriffen spezielle Lasertuben zum Einsatz. In der HNO- sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie werden sie in vielen Zentren bei laserchirurgischen Operationen standardmäßig verwendet.
Technik
Lasertuben bestehen in der Regel aus laserresistenten oder laserreflektierenden Materialien. Häufig werden Edelstahl- oder Aluminiumummantelungen verwendet, welche die Laserenergie reflektieren und so das Durchbrennen des Tubus verhindern. Alternativ existieren mehrschichtige Tuben mit speziellen thermoresistenten Beschichtungen. Der Cuff ist besonders gefährdet, da er dünnwandig ist und in direkter Nähe zum Operationsgebiet liegt. Einige Lasertuben besitzen daher einen speziellen, mit gefärbter Kochsalzlösung gefüllten Cuff. Wird dieser durch den Laser beschädigt, tritt die Flüssigkeit aus und signalisiert eine Perforation. Zudem reduziert die Flüssigkeitsfüllung die Entzündungsgefahr im Vergleich zu luftgefüllten Cuffs.
Lasertuben sind häufig weniger flexibel als herkömmliche Plastiktuben. Manche Modelle sind spiralverstärkt, um ein Abknicken zu verhindern und gleichzeitig eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten.
Indikationen
Typische Eingriffe sind laserchirurgische Resektionen von Stimmbandläsionen, Papillomen oder Tumoren des Kehlkopfes, Chordo- bzw. Chordektomien, sowie Eingriffe an der Trachea. Auch bei mikrochirurgischen Operationen mit CO₂-Laser im Bereich des Larynx werden Lasertuben eingesetzt.
Durchführung
Die Anwendung eines Lasertubus erfordert eine enge Abstimmung zwischen Operateur und Anästhesist. Der Anästhesist reduziert – sofern klinisch vertretbar – die inspiratorische Sauerstoffkonzentration, da hohe Sauerstoffanteile das Brandrisiko erheblich steigern. Häufig wird die FiO₂ unter 0,3 gehalten. Vor Beginn der Laseranwendung müssen alle entflammbaren Materialien aus dem OP-Feld entfernt werden. Zusätzlich wird der Rachenraum oft mit feuchten Kompressen austamponiert, um austretende Laserenergie oder brennende Partikel abzufangen. Trotz laserresistenter Konstruktion bietet kein Lasertubus vollständigen Schutz vor Entzündung. Kommt es zu einer Tubusbeschädigung oder einem Brand, müssen die Beatmung sofort unterbrochen, der Tubus entfernt und die Atemwege mit Kochsalzlösung gespült werden. Anschließend erfolgt eine erneute Atemwegssicherung.
Vorteile
Lasertuben reduzieren das Risiko einer Tubusentzündung erheblich und erhöhen die Sicherheit bei laserchirurgischen Eingriffen der oberen Atemwege. Sie ermöglichen eine kontrollierte Beatmung auch bei komplexen mikrochirurgischen Eingriffen.
Nachteile
Nachteilig sind die eingeschränkte Flexibilität, der größere Außendurchmesser bei gleichem Innendurchmesser sowie die höheren Kosten. Zudem bleibt trotz spezieller Konstruktion ein Restrisiko für thermische Schäden bestehen, insbesondere bei unsachgemäßer Laseranwendung oder zu hoher Sauerstoffkonzentration.
Literatur
- Zacharowski.: Referenz Anästhesie, 2021, Stuttgart, Thieme
- Doroshenko et al.: Airway for Laser Surgery, StatPearls, 2022