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Lärmschwerhörigkeit

1 Definition

Unter einer Lärmschwerhörigkeit versteht man eine Schallempfindungsschwerhörigkeit, die durch Lärmeinwirkung entstanden ist. Die Lärmschwerhörigkeit ist häufig eine Berufskrankheit (BK-Nr. 2301), die durch chronische Lärmeinwirkung über viele Jahre entstanden ist.

2 Hintergrund

Die umschriebene Hörminderung bei (abgerundet) 4.000 Hz wirkt im Tonschwellenaudiogramm als "Eindellung" der Hörkurve und erhielt daher den Namen "c5-Senke" oder "Lärmsenke". Die c5-Senke wurde zum Synonym für die Lärmschädigung des Innenohrs, als sich zeigen ließ, dass sie bei allen übermäßigen Lärmeinwirkungen zu erwarten war. 1929 wurde die Lärmschwerhörigkeit als BK-Nr. 18 in die Berufskrankheitenverordnung aufgenommen. In den folgenden Jahren stellte sich heraus, dass durch Lärmeinwirkung auch ausnahmsweise Senken mit Maximum bei 3.000 Hz vorkommen können.

Diese Unterschiede sind im Fall einer durch Lärm verursachten Schwerhörigkeit besonders genau zu sehen. Der Wiederanstieg der Hörschwelle in den höheren Frequenzen gilt als pathognomonisch für eine Lärmschwerhörigkeit, während ein Hochtonabfall typisch für degenerative Prozesse (Presbyakusis) gilt.

Auch die vorübergehende Schwellenabwanderung ("temporary threshold shift", TTS) im Rahmen von kurzfristigen starken Lärmeinwirkungen - die Vertäubung, die als physiologischer Schutzreflex angesehen wird - äußert sich immer anfänglich als Schwellenabwanderung im 4.000-Hz-Bereich. Bei wiederholter Einwirkung, mangelnder Erholung und langer Dauer geht sie in eine permanente Schwellenabwanderung ("permanent threshold shift", PTS) als irreversible Abweichung von der Normalhörigkeit über. Zur besseren Abtrennung von anderen Ursachen wird von einer "NIPTS" ("noise induced permanent threshold shift") gesprochen, wenn die alleinige Ursache Lärm ist.

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