Kongruenz
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Loslegenvon lateinisch: congruentia - Übereinstimmung
Englisch: congruence
Definition
Als Kongruenz bezeichnet man allgemein die Übereinstimmung oder Deckungsgleichheit zweier Größen. Der Begriff wird in verschiedenen medizinisch relevanten Fachgebieten mit jeweils eigener Bedeutung verwendet.
Anatomie
In der Anatomie und Biomechanik beschreibt Kongruenz die weitgehende Deckungsgleichheit von Gelenkflächen. Kongruente Gelenkflächen ermöglichen eine gleichmäßige Verteilung der einwirkenden Kräfte und eine reibungsarme Bewegung. Bei inkongruenten Gelenkflächen wird die fehlende Deckungsgleichheit teilweise durch ergänzende Strukturen wie Disci oder Menisken ausgeglichen.
Psychologie
In der Psychologie bezeichnet Kongruenz die Übereinstimmung zwischen dem Selbstkonzept einer Person und ihrem tatsächlichen Erleben. Der Begriff geht auf den US-amerikanischen Psychologen Carl Rogers zurück und ist ein zentrales Konzept der klientenzentrierten Psychotherapie. Dort bildet Kongruenz (Echtheit) neben Empathie und bedingungsloser positiver Wertschätzung eine der drei therapeutischen Grundhaltungen. Eine mangelnde Übereinstimmung (Inkongruenz) zwischen Selbstbild und Erfahrung gilt als Quelle psychischer Belastung. Metaanalytisch zeigt sich ein positiver Zusammenhang zwischen der Kongruenz des Therapeuten und dem Therapieerfolg.[1] In der Kommunikationspsychologie wird zudem die Übereinstimmung von verbalen und nonverbalen Botschaften als Kongruenz bezeichnet.
Quelle
- ↑ Kolden GG, Klein MH, Wang CC, Austin SB. Congruence/genuineness. Psychotherapy (Chic). 2011;48(1):65-71.