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Ketofol

1 Definition

Als Ketofol wird die Kombination der Anästhetika Ketamin und Propofol in unterschiedlichen Dosierungen bezeichnet. Ketofol soll die Vorteile der beiden Medikamente vereinen und die Nebenwirkungen ausschalten oder mindern.

2 Wirkung

Ketamin wird als Analgetikum und Narkotikum vor allem im Rettungswesen und der Intensivmedizin eingesetzt. Neben seiner o.g. Wirkung führt es zu einer Erhöhung der Herzleistung, steigert den Blutdruck und den zentralen Venendruck. Es ist daher kritisch zu betrachten bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen, Herzinfarktpatienten oder bei Hypertension.

Propofol hingegen wirkt sich bei höheren Dosierungen negativ auf den Blutdruck aus und sollte somit bei hypovolämischen und hypotonen Patienten nicht eingesetzt werden. Weiterhin zeigt sich nach Propofol-Gabe häufig Übelkeit.

In der Theorie sollen Ketamin und Propfol vor allem diese beiden Nebenwirkungen gegenseitig ausgleichen oder reduzieren. Weiterhin soll die Kombination der Stoffe die psychedelischen Effekte des Ketamins unterbinden. Im Vergleich zu einer Einzelgabe etablierter Sedativa, wie z.B. Midazolam und Propofol, ist ein weiterer Vorteil die analgetische Wirkung des Ketamins, die auch nach Ausklingen der Sedierung weiterhin besteht.

3 Forschung

Bisher gibt es nur Studien mit kleinen Fallzahlen bezüglich kurzer Eingriffe wie etwa in der Endoskopie mit elektiven Patientengut. Dort zeigt sich kein signifikanter Vorteil oder Nachteil des Ketofols gegenüber herkömmlicher Sedierung mit Propofol, Fentanyl oder Midazolam. Jedoch wird von den Patienten signifikant weniger Übelkeit beschrieben und es zeigt sich ein bessere Dosierungsmöglichkeit der Mischung, da unter anderem weniger Sedativa benutzt werden müssen und der Patient schneller wieder erweckbar ist.

Studien über hämodynamisch instabile Patienten, die in der Theorie am meisten von Ketofol profitieren könnten, sind noch nicht erschienen.

4 Dosierung

Ketofol wird als 1:2 Mischung verwendet, die wie folgt hergestellt werden kann: 20 ml Spritze mit 100 mg Propofol (10 ml a 1% Propofol), 50 mg Ketamin S (2 ml a 25 mg) und 8 ml NaCl 0,9%. Somit enthält jeder Mililiter der fertigen Lösung 2,5 mg Ketamin und 5 mg Propofol. Initialdosis für z.B. eine kurzzeitige Sedierung beträgt 0,05 ml/kg KG. Bei einem 75 kg Patienten beträgt die Gabe 3,75 ml, was 18,75 mg Propofol und 9,375 mg Ketamin entspricht. Gegebenenfalls erfolgt eine weitere Gabe nach 2-3 Minuten. Bei Intubation oder Narkoseeinleitung wird eine Dosierung von 0,5-1 mg/kg KG beider Stoffe empfohlen.

Cave: Gabe nur wenn Beatmungsmöglichkeiten vorhanden sind und Nebenwirkungen der einzelnen Wirkstoffe beachten.

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Fachgebiete: Anästhesiologie

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