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Kandelaber-Zelle

1 Beschreibung

Die Kandelaber-Zelle ist ein inhibitorisches Interneuron, welches sich unter anderem im Hippocampus sowie in anderen Teilen des Isocortex findet. Es handelt sich um eine Sonderform einer Nicht-Pyramidenzelle, genauer um einen speziellen, abgewandelten Typ von Korbzelle.

Im Isocortex ist sie vornehmlich in Schicht III (Lamina pyramidalis externa) und Schicht IV (Lamina granularis interna) vorzufinden.

2 Morphologie und Namensgebung

Ihr Zellkörper ist mittelgroß und besitzt strahlenförmig ausgebildete Dendriten. Kennzeichnendes Merkmal ist ein in höchstem Maß verzweigtes Axon, welches auf- und absteigende Endäste abgibt, die an den Initialsegmenten von Pyramidenzellen synaptische Kontakte ausbilden.

Dieser Faserverlauf erinnert an einen mehrarmigen Kerzenleuchter, lateinisch candelabrum (Namensgebung).

3 Verschaltung

Da die Zellen direkt an das Initialsegment der Pyramidenzellen anbinden, können sie diese besonders effektiv hemmen. Die Zellen exprimieren das Kalzium-bindende Protein Parvalbumin. Der vornehmliche Neurotransmitter ist GABA.

Je nach Region (Hippocampus, Isocortex) unterscheiden sich die Schichten, in denen der Schwerpunkt der synaptischen Verbindungen liegt.

4 Funktion

4.1 Allgemein

Wie andere Korbzellen auch, handelt es sich um hemmende Interneurone. Sie sind vornehmlich für die laterale Hemmung von Bedeutung.

Die Verschaltungen der Kandelaber-Zellen sind vor allem im Zuge von Hirnverletzungen nach Unfällen von Bedeutung. Sie sind aktuell (2012) Gegenstand weiterer Untersuchungen.

4.2 Hippocampus Kandelaber-Zellen

Kandelaber-Zellen bilden im Ammonshorn sowie im Gyrus dentatus des Hippocampus axo-axonale Verbindungen. Da Parvalbumin vor allem Calcium-bindend wirkt, vermag es dessen Einstrom in Pyramidenzellen zu verhindern. Dies verhindert die Freisetzung von Neurotransmittern.

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