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Königswasser

Englisch: aqua regia

1 Definition

Königswasser ist eine Mischung aus Salz- und Salpetersäure im Verhältnis 3:1. Es besitzt eine so hohe Oxidationskraft, dass es selbst die Edelmetalle Gold und Platin lösen kann.

2 Hintergrund

Der Lösungsvorgang entspricht einer Oxidationsreaktion. Ob ein Metall in Lösung geht, hängt vom elektrochemischen Potential ab. Edle Metalle wie Gold oder Platin haben ein positives Potenzial und sind damit schwer oxidierbar. Aus diesem Grund werden starke Oxidationsmittel benötigt, um edle Metalle zu lösen.

3 Wirkung

Wenn Salpetersäure und Salzsäure vermischt werden, entstehen naszierendes Chlor und Nitrosylchlorid - beides Chemikalien, deren Oxidationskraft stark genug ist, um Gold und Platin zu lösen. Silber hingegen wird nicht gelöst, da sich eine passivierende Silberchlorid-Schicht bildet. Eine weitere Wirkungsweise beruht auf der Komplexierung von Edelmetallionen. Dadurch sinkt deren Konzentration in der Lösung, was das Redoxpotential senkt und das Edelmetall leichter oxidierbar macht.

Auch eine Kombination aus beiden Wirkungsweisen ist möglich.[1]

4 Anwendung

Königswasser findet hauptsächlich in der qualitativen Analytik Verwendung, um schwerlösliche Stoffe in Lösung zu bringen (Königswasser-Aufschluss). Im Wohlwill-Prozess wird Königswasser zur Aufreinigung von Gold eingesetzt.[2]

5 Quellen

  1. Riedel, Erwin; Janiak, Christian: Anorganische Chemie, De Gruyter, 9.Auflage, 2015
  2. Mark Anthony Benvenuto: Metals and Alloys: Industrial Applications, De Gruyter, 2016

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