FlexiEssay: Intensivtherapie und Intensivpflege als Gemeinschaftsaufgabe

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1 Die Ausgangssituation

Die aktuelle Rechtsprechung: Der Arzt trägt die Hauptverantwortung für Behandlung und Pflege (SGB V). Daraus folgt: Die Verantwortung für den Patienten ist nicht teilbar.

In der Intensivmedizin kam es allerdings zu nachhaltigen Veränderungen in der Aufgabenteilung zwischen Arzt und Intensivpflege, denn Intensivpflege und Intensivmedizin basieren auf der Grundlage einer gemeinsamen Verantwortung für die Patienten.

Beide Fachgebiete haben sich so rasant entwickelt, dass es ohne diese Arbeitsteilung und einen partnerschaftlichen Dialog nicht geht.

2 Die Aufgaben der Intensivpflege

Die Priorität auf der Intensivstation haben immer die Aufrechterhaltung und der Ersatz der vitalen Funktionen.

Wir haben begriffen, dass Fachpflegekräfte für Intensivpflege und Anästhesie auf der Grundlage einer achtstündigen Anwesenheit am Bett, einige ärztliche Tätigkeiten im Sinne der Patientenorientierung besser leisten können. Das betrifft besonders das Weaning, die Schmerztherapie und die intensive Insulintherapie.

  • Bedienung und Überwachung der für die Aufrechterhaltung der vitalen Funktionen notwendigen Geräte und sachgerechter Umgang mit Instrumenten, Geräten, Arzneimitteln …
  • Mitwirkung bei Wiederbelebungsmaßnahmen einschließlich der künstlichen Beatmung sowie Einleitung erforderlicher Sofortmaßnahmen.
  • Planung und Überwachung der Organisation des Pflegedienstes und dessen Arbeitsabläufe in Intensivpflege und Anästhesie.
  • Gleichberechtigte Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen im „therapeutischen Team“ bei der Durchführung und Überwachung fachspezifischer, therapeutischer und diagnostischer Maßnahmen.
  • Schulung, Beratung und fachliche Anleitung von Pflegekräften, Schülern und des sonstigen Pflegepersonals sowie Einarbeitung neuer Mitarbeiter im Pflegedienst.
  • Einbeziehung moderner Pflegekonzepte und der Qualitätssicherung: Kinästhetik, Basale Stimulation, Bobath-Konzept, Psychische Führung des Patienten und der Angehörigen in Ausnahmesituationen.

Die Voraussage von Larsen: "Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass auch in Deutschland, wie in der Schweiz und Frankreich, sehr bald Fachkrankenpflege Narkosen durchführt" ist inzwischen gelebte Realität.

3 Verfahrensweisen

Schwestern und Pfleger, die sich bewusst in die Bereiche Anästhesie und Intensivpflege begeben, können - nach erfolgter ärztlicher Anleitung und Kontrolle - die Durchführung von Injektionen, Infusionen und Blutentnahmen und erforderliche Tätigkeiten innerhalb der ärztlichen Assistenz nicht ablehnen.

Fachpflegekräfte für Intensivpflege und Anästhesie sind, auf der Grundlage ihrer Zusatzausbildung, zur Durchführung dieser Maßnahmen grundsätzlich ermächtigt und verpflichtet.

Die Intensivpflege ist für die Qualität ihrer Arbeit innerhalb der Durchführungsverantwortung selbst verantwortlich. Trotzdem: Es müssen täglich Kompromisse zwischen pflegerisch Notwendigem und dem Möglichen gemacht werden, da trotz der Delegation ärztlicher Tätigkeiten in den Pflegedienst, keine Personalmehrung eingetreten ist.

Die Komplexität der Intensivpflege und deren Vernetzung (Beziehungen zu allen anderen Berufsgruppen) sind auch personell zu berücksichtigen.

Die Intensivpflege kann daher nicht den unbeschränkten Wunsch haben, alle ärztlichen Tätigkeiten an sich zu ziehen und den Patienten den Komplikationen der "gefährlichen Pflege" aussetzen – das wäre verantwortungslos!

4 Eine schlechte Pflege "badet" der Patient aus

Wer Intensivpflege innerhalb seiner Omnipotenz behindert, schadet letztendlich den Patienten, denn mangelnde Pflege hat immer Folgen für den Patienten:

Zunahme der Komplikationen bis hin zum Inaktivitätssyndrom, Anstieg der Infektionen, Zunahme von Dekubitus-Fällen, erhöhte Rate innerhalb des DGS, mangelnde Schmerzbekämpfung.

Defizitäre Intensivpflege zeigt sich in einer längeren Verweildauer, führt zu einem rasanten Anstieg der Therapiekosten und erhöht den Pflegeaufwand enorm. Das führt zur Blockierung von Bettenkapazitäten, mit der Gefahr, dass Patienten abgewiesen werden müssen. Wer Patienten abweisen muss, verliert seine Stellung auf dem Gesundheitsmarkt. Die Folgen: sinkende Erlöse, Personalabbau und Schließung von Stationen. So eine Klinik ist heute sehr schnell vom Markt verschwunden – und das zu Recht!

5 Unsere Grundsätze

  1. Wer denkt, dass Bildung teuer ist, weiß nicht was Dummheit kostet!
  2. Unser Arbeitgeber ist der Patient – nicht die Verwaltung.
  3. Die Zukunft hat viele Namen: Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare, für den Furchtsamen ist sie das Unbekannte, für den Tapferen ist sie die Chance.

6 Quellen

Kurt Wanka: Teamwork in der Intensivmedizin, Heilberufe - das Pflegemagazin, Februarausgabe 2005, 40-42

Kurt Wanka: Intensivtherapie und Intensivpflege als Gemeinschaftsaufgabe, Vortrag innerhalb der Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie, Zentralklinik Bad Berka, 2009

Fachgebiete: Krankenpflege

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