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Flugmedizin

Englisch: aerospace medicine, aviation medicine

1 Definition

Die Flugmedizin ist eine Teildisziplin der Medizin, die sich mit der Luft- und Raumfahrtmedizin befasst. Gegenstand der Flugmedizin sind die physikalischen und medizinischen Besonderheiten des Aufenthaltes in Luft- und Weltraum, sowie das Wohlergehen des fliegenden Personals und der Passagiere.

2 Hintergrund

Einen Arzt, der die Zusatzbezeichung Flugmedizin führen darf, bezeichnet man als flugmedizinischen Sachverständigen (aeromedical examiner, AME) bzw. umgangssprachlich als "Fliegerarzt". Dabei unterscheidet man zwischen

  • AME Klasse 1: Berufspiloten
  • AME Klasse 2: Privatpiloten
  • AME Klasse 3: Flugsicherungskontrollpersonal (ATCO)

Nach Erfüllung bestimmter Voraussetzungen wird die Zulassung für Klasse 1 und 2 durch das Luftfahrtbundesamt, für die Klasse 3 durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) erteilt.

3 Weiterbildung

3.1 Regularien

Nach den Regularien der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA) darf grundsätzlich jeder Facharzt in Deutschland ein AME werden. Voraussetzungen sind u.a.:

  • fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis
  • Teilnahme an einem 60-stündigen Basistraining für die Zulassung als AME Klasse 2 und Leichtflugzeugpilot (LAPL)
  • zusätzlich für die Klasse 1: 66-stündiges erweitertes Training, Begutachtung von mindestens 30 Bewerbern für AME Klasse 2 bzw. LAPL sowie viertägige Ausbildung in einem zertifizierten flugmedizinischen Zentrum (Aeromedical Center, AeMC).

Nach Absolvierung eines Kurses der Federal Aviation Administration (FAA) in den USA ist ein AME auch international lizensiert.

3.2 Weiterbildungsinhalte

Die Weiterbildungsinhalte umfassen unter anderem:

  • Klinische Flugmedizin, Durchführung von Flugtauglichkeitsuntersuchungen
  • Flugphysiologie: Hypoxie, Druckfallkrankheit, Desorientierung, Sehen im Flug, G-Belastungen (U-Kammer, Zentrifugenfahrten, Desorientierungstrainer)
  • Flugpsychologie: z.B. Tauglichkeitsapekte, klinische Flugpsychologie (z.B. Flugangst, Luftkrankheit)
  • Ergonomie: Ergonomische Aspekte der Flugsicherheit (Schalter, Sitze, Sicht, etc.)
  • Cockpiterfahrung: Fliegerärzte sollten selbst fliegerische Erfahrung haben (Fluglizenz). Militärische Fliegerärzte fliegen i.d.R. in Hubschraubern, Kampfflugzeugen, Transportflugzeugen mit.
  • Arbeitsmedizin: Oft sind Fliegerärzte auch arbeitsmedizinisch ausgebildet.
  • Flugunfall-Medizin und "Human Factors and Limitations" (Grenzen der Menschl. Leistung)
  • Toxikologie: Bei Flugunfalluntersuchungen ist die Expertise in Toxikologie essentiell (CO, Medikamente, Drogen, andere Blutwerte)
  • Grundlagen der Fliegerei und der Flugsicherungstätigkeit (ATC)

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