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Facetteninfiltration

1 Definition

Unter Facetteninfiltration versteht man die Injektion lokal wirksamer Arzneistoffe in unmittelbarer Nähe (periartikulär) zu den Facettengelenken sowie in die Gelenkkapsel (intraartikulär). Ziel ist eine Schmerzreduktion bzw. ein Rückgang der Entzündung. Das Verfahren wird unter radiologischer Kontrolle durchgeführt.

2 Indikation

3 Vorgehen

Beim Facettengelenksyndrom wird zur Schmerzbehandlung ein Lokalanästhetikum injiziert, häufig kombiniert mit einem Glukokortikoid. Dies geschieht in der Regel unter Lokalanästhesie und radiologischer Kontrolle. Wird hochprozentiges Ethanol injiziert, spricht man von einer chemischen Facettendenervierung.

Das Injektionsvolumen liegt dabei im Bereich von 0,1 bis etwa 3 ml. Bei intraartikulären Injektionen darf das Injektionsvolumen das Kapselvolumen nicht übersteigen, während es bei periartikulärer Applikation so gewählt sein muss, dass es das umliegende Gewebe sowie die Rami dorsales der benachbarten Spinalnerven nicht beeinträchtigt.

Im Sinne einer Diagnosis ex juvantibus wird die Facetteninfiltration verwendet, um ein Facettensyndrom nachzuweisen. Der diagnostische Wert dieses Nachweises ist umstritten, er kann jedoch zur Verhärtung der Verdachtsdiagnose herangezogen werden.

4 Risiken

Häufigstes Risiko einer intraartikulären Anwendung ist eine Kapselruptur. Diese wird bereits bei Injektionsvolumina von etwa 4 ml festgestellt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Applikation mit Kapselruptur und Austritt der Injektionslösung die gleiche Wirkung hat wie eine periartikuläre Verabreichung. Die Wirksamkeit der Anwendung schließ daher eine Ruptur nicht aus.

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