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Elektrotonische Erregungsleitung

1 Definition

Die elektrotonische Erregungsleitung ist eine passive Form der Erregungsleitung, die nur relativ kurze Entfernungen überwindet. Sie wird im Gegensatz zum Aktionspotential durch eine unterschwellige Potentialänderung hervorgerufen.

2 Physiologie

Elektrische Reize am Axon lösen eine lokale Depolarisation aus. An der Reizstelle liegt dann eine größere positive Ladung als in der Umgebung vor. Durch den Ladungsunterschied bildet sich ein elektrisches Feld entlang des Axons aus. Da die Membran des Axons relativ schlecht isoliert und die Ionenleitung im Inneren sehr langsam ist, nimmt die Feldstärke und damit die Depolarisation mit zunehmender Entfernung je nach Leitfähigkeit entlang der Axonmembran ab. Sie reicht in Abhängigkeit von der Membranzeitkonstante und der Membranlängskonstante i.d.R. nur einige Hundertstel Millimeter weit. Diese passive Ausbreitung der Spannungsänderung wird elektrotonische Leitung genannt.

Weiterhin existiert beim elektrotonischen Potential keine Refraktärzeit, weshalb die einzelnen Potentiale summierbar sind und letztlich ein Aktionspotential generieren können.

Eine elektrotonische Erregungsleitung findet z.B. in den äußeren Schichten der Retina statt. Sowohl die Photorezeptoren als auch die Bipolarzellen der Netzhaut leiten die Erregung elektrotonisch weiter. Erst in den Ganglienzellen werden reguläre Aktionspotentiale gebildet.

Diese Seite wurde zuletzt am 20. April 2020 um 15:43 Uhr bearbeitet.

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