Eimeriose (Wiederkäuer)
Synonyme: Eimeria-Infektion beim Wiederkäuer, Kokzidiose der Wiederkäuer
1. Definition
Die Eimeriose beim Wiederkäuer ist eine durch Eimeria-Arten verursachte Erkrankung der Wiederkäuer.
2. Hintergrund
Beim Wiederkäuer sind zahlreiche Eimeria-Arten bekannt, wobei nur wenigen Arten virulent sind und zu einer klinischen Erkrankung führen wie z.B. Eimeria bovis und Eimeria zuernii. Die durch Eimerien verursachte Erkrankung wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Kokzidiose bezeichnet. Da jedoch zur Klasse der Coccidea noch zahlreiche andere Erreger von Parasitosen gehören, sollte dringlichst von einer Eimeriose gesprochen werden.
3. Erreger
Eimerien sind wirtsspezifische intrazelluläre Parasiten. Um eine Charakterisierung und Bestimmung der einzelnen Eimeria-Arten durchführen zu können, werden fast ausschließlich morphologische Markmale der sporulierten Oozysten herangezogen. Dabei achtet man auf die Größe, Form, Farbe, Beschaffenheit der Hüllen, dem Vorhandensein oder Fehlen von Oozysten- und Sporozystenrestkörpern sowie Stieda- und Polkörperchen oder auch die Zahl der hyalinen Körperchen in den Sporozoiten.
4. Vorkommen
Die Eimeriose der Wiederkäuer wird aufgrund der tierspezifischen Eimeria-Arten unterteilt in
- die Eimeriose des Rindes und in
- die Eimeriose des Schafes und der Ziege.
5. Klinik
Die meisten Infektionen Verlaufen subklinisch und sind selbstlimitierend. Klinisch werden bei der Eimeriose schwärzlich-rötlicher Durchfall, Tenesmen, Anämie, Inappetenz, Dehydratation und vermindertes Allgemeinverhalten festgestellt. Bei starkem Befall können auch ZNS-Symptome wie Tremor, Krämpfe und Nystagmus beobachtbar sein.
6. Pathologie
- Tiefe Dickdarmläsionen
- Hämorrhagische Enteritis
8. Therapie
Eine spezifische Therapie gibt es aktuell (2025) nicht. Zur Unterstützung des Verlaufes im Bestand können metaphylaktisch Kokzidiostatika wie Toltrazuril, Diclazuril, Decoquinat oder Amprolium eingesetzt werden, um neue Krankheitsausbrüche bei anderen Tieren zu verhindern. Bei Dehydratation wird eine Dauertropfinfusion gestartet.
9. Prophylaxe
Als prophylaktische Maßnahmen gelten die gute Hygienepraxis durch Desinfektion mit wirksamen Mitteln und die Reduktion der Feuchtigkeit im Stall bzw. die vorbeugende medikamentöse Therapie.
10. Literatur
- Boch, Josef, Supperer, Rudolf. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey Verlag, 2005