Beobachtungsstudie
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LoslegenEnglisch: observational study
Definition
Eine Beobachtungsstudie ist in der Medizin eine wissenschaftliche Studie, bei der gesundheitsbezogene Daten einer Studienpopulation erhoben werden, ohne im Studienprotokoll eine Exposition oder Behandlung zuzuweisen. Sie unterscheidet sich dadurch von einer Interventionsstudie.
Hintergrund
Wie der Name vermuten lässt, geht es bei einer Beobachtungsstudie um das passive Beobachten, nicht darum, durch gezielte Veränderungen experimentelle Daten zu sammeln. Für die Beurteilung von Behandlungseffekten können randomisierte kontrollierte Studien aussagekräftiger als Beobachtungsstudien sein, da die Randomisierung den Einfluss von Störfaktoren reduziert. Beobachtungsstudien liefern dagegen wichtige ergänzende Erkenntnisse, insbesondere zu Risikofaktoren, Krankheitsverläufen, seltenen Nebenwirkungen und Behandlungsergebnissen im Versorgungsalltag. Sie werden häufig eingesetzt, wenn experimentelle Studien ethisch oder praktisch nicht möglich sind.
Die Aussagekraft von Beobachtungsstudien kann durch Bias und Confounding eingeschränkt sein. Ein beobachteter Zusammenhang allein belegt daher keine Kausalität.[1]
Einteilung
Zu den häufigsten Formen gehören:
- Querschnittstudie: Erfasst Exposition und Gesundheitszustand zu einem definierten Zeitpunkt.
- Fall-Kontroll-Studie: Vergleicht Personen mit und ohne ein bestimmtes gesundheitliches Ereignis hinsichtlich früherer Expositionen.
- Kohortenstudie: Untersucht das Auftreten gesundheitlicher Ereignisse in Gruppen mit unterschiedlicher Exposition. Sie kann prospektiv oder retrospektiv durchgeführt werden.[1]
Beispiel
Eine Beobachtungsstudie kann zum Beispiel untersuchen, ob Raucher häufiger an Lungenkrebs erkranken als Nichtraucher.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Song JW, Chung KC. Observational studies: cohort and case-control studies. Plast Reconstr Surg. 2010;126(6):2234–2242.