Beers-Liste
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LoslegenSynonyme: Beers-Kriterien, AGS Beers Criteria®
Englisch: Beers Criteria, Beers list
Definition
Die Beers-Liste ist eine Zusammenstellung potenziell inadäquater Medikamente (PIM) für ältere Menschen, die von der American Geriatrics Society (AGS) herausgegeben wird. Sie dient dazu Arzneimittel zu identifizieren, bei denen das Risiko unerwünschter Wirkungen den erwarteten Nutzen bei älteren Patienten häufig überwiegt oder deren Anwendung nur unter bestimmten Bedingungen empfohlen wird.
Hintergrund
Die Kriterien wurden erstmals 1991 unter Leitung des US-amerikanischen Geriaters Mark H. Beers veröffentlicht und bezogen sich zunächst auf Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Seit 1997 wurden sie auf ältere Menschen allgemein ausgeweitet.
Heute werden die Beers Criteria von der American Geriatrics Society regelmäßig aktualisiert. Die aktuelle Fassung wurde 2023 veröffentlicht. Ergänzend veröffentlichte die AGS 2025 eine Handreichung mit nichtmedikamentösen und medikamentösen Behandlungsalternativen zu ausgewählten Medikamenten der Beers-Liste.[1]
Anwendung
Die aktuelle Fassung der Beers-Kriterien richtet sich an Erwachsene ab 65 Jahren und gilt für die ambulante, stationäre und institutionelle Versorgung. Nicht vorgesehen ist ihre Anwendung in der Hospiz- und Sterbebegleitung.[2]
Die Kriterien umfassen fünf Bereiche:
- Medikamente, die bei älteren Menschen generell potenziell inadäquat sind
- Medikamente, die bei bestimmten Erkrankungen oder Syndromen vermieden werden sollten
- Medikamente, die mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden sollten
- potenziell problematische Arzneimittelinteraktionen
- Medikamente, deren Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion angepasst oder deren Anwendung vermieden werden sollte
Die Beers-Liste ist als Entscheidungshilfe zu verstehen und ersetzt keine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung. Ein aufgeführtes Arzneimittel ist daher nicht automatisch kontraindiziert.
Medizinische Relevanz
Die Beers-Liste wurde für das US-amerikanische Gesundheitssystem entwickelt. Ihre Übertragbarkeit auf andere Länder ist deshalb eingeschränkt, unter anderem aufgrund unterschiedlicher Arzneimittelzulassungen und Verordnungsgewohnheiten.
Für Deutschland existieren mit der PRISCUS-Liste und der FORTA-Liste eigene Instrumente zur Bewertung der Arzneimitteltherapie älterer Patienten. Die deutsche S3-Leitlinie "Multimorbidität" führt auch die Beers-Liste als Instrument zur Erkennung potenziell ungeeigneter Arzneimittel bei geriatrischen Patienten auf.[3]
Quellen
- ↑ Steinman MA et al. Alternative Treatments to Selected Medications in the 2023 American Geriatrics Society Beers Criteria®. J Am Geriatr Soc. 2025;73(9):2657–2677.
- ↑ American Geriatrics Society Beers Criteria® Update Expert Panel. American Geriatrics Society 2023 updated AGS Beers Criteria® for potentially inappropriate medication use in older adults. J Am Geriatr Soc. 2023;71(7):2052–2081.
- ↑ DEGAM: S3-Leitlinie Multimorbidität – Living Guideline, AWMF-Registernummer 053-047, Version 4.0, Stand 30.09.2025, abgerufen am 25.09.2026