Beckenmaß
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LoslegenDefinition
Die Beckenmaße sind definierte anatomische Messgrößen des knöchernen Beckens. In der Geburtshilfe dienen sie der Abschätzung, ob der Fetus den Geburtskanal passieren kann.
Typen
Es gibt verschiedene Beckenmaße, wobei man unterschiedliche Knochenpunkte als Messpunkte definiert. Grob unterteilt man zunächst in innere und äußere Beckenmaße.
Äußere Beckenmaße
Distantia interspinosa
Die Distantia interspinosa ist der Abstand zwischen den beiden Spina iliacae anteriores superiores. Er beträgt etwa 25–26 cm.
Distantia intercristalis
Die Distantia intercristalis ist der weiteste Abstand der beiden Cristae iliacae. Er misst 28–29 cm.
Distantia intertrochanterica
Die Distantia intertrochanterica wird durch den Abstand der beiden Trochanteres majores definiert. Diese Strecke beträgt rund 31 cm.
Conjugata externa
Die Conjugata externa ist der Abstand vom Oberrand der Symphyse bis zum Processus spinosus des 5. Lendenwirbels. Er liegt zwischen 18 und 21 cm.
Innere Beckenmaße
Diameter transversa
Die Diameter transversa gibt den quer liegenden Beckendurchmesser an; gemessen wird also zwischen den am weitesten lateral gelegenen Punkten des Beckeneingangs. In der Regel beträgt die Distanz zwischen 13 und 14 cm.
Diameter obliqua
Die Diameter obliqua ist der schräge Beckendurchmesser. Als Messpunkte werden hierbei die Articulatio sacroiliaca und die schräg gegenüberliegende Eminentia iliopubica definiert. Der Normwert beträgt etwa 12 cm.
Conjugata anatomica
Die Conjugata anatomica ist die Verbindungslinie zwischen dem Oberrand der Symphysis pubica und dem Promontorium des Os sacrum. Sie beträgt typischerweise 11–12 cm.
Conjugata vera
Die Conjugata vera ist der wichtigste sagittale Durchmesser des Beckeneingangs. Er ermöglicht die Beurteilung von Geburtskomplikationen durch einen für die Beckenöffnung zu großen Kopf des Fetus.
Die Conjugata vera ist mit 11–11,5 cm auch der kleinste sagittale Durchmesser des Beckeneingangs. Gemessen wird hierbei von der hinteren Fläche des Os pubis an der Eminentia retropubica bis zum Promontorium ossis sacri. Sie wird auch als Conjugata obstetrica (von lateinisch: "obstetrix" - Hebamme) bezeichnet. Sie kann indirekt berechnet werden, indem man von der Conjugata diagonalis (siehe unten) 1,5 cm abzieht.
Conjugata diagonalis
Die Conjugata diagonalis ist die Verbindungslinie vom Unterrand der Symphysis pubica bis zum Promontorium ossis sacri. Sie kann klinisch per vaginam gemessen werden. Sie beträgt in der Regel 12,5–13 cm, woraus dann die Conjugata vera berechnet werden kann.
Conjugata recta
Die Conjugata recta bezeichnet den Abstand zwischen dem Unterrand der Symphysis pubica und der unteren Spitze des Os coccygis. Sie beträgt normalerweise 9 cm, kann aber durch die Nudationsbewegung um bis zu 2 cm erweitert werden. Sie ist ein Durchmesser der Beckenausgangsebene.
Klinische Bedeutung
Die Bestimmung der Beckenmaße dient der Abschätzung, ob ein fetaler Kopf den Geburtskanal passieren kann. In der modernen Geburtshilfe erfolgt die Beurteilung eines möglichen fetopelvinen Missverhältnisses überwiegend anhand des klinischen Geburtsverlaufs und sonographischer Untersuchungen. Eine bildgebende Pelvimetrie mittels MRT wird nur noch bei ausgewählten Fragestellungen durchgeführt, z.B. nach Beckenfrakturen oder bei Verdacht auf ausgeprägte Beckenanomalien.