Area nuda
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Loslegenvon lateinisch: nudus - nackt
Synonyme: Area nuda hepatis, Pars affixa
Englisch: bare area
Definition
Die Area nuda ist der annähernd dreieckige Bereich der Facies diaphragmatica der Leber, der nicht von Peritoneum bedeckt ist. Er ist unmittelbar mit dem Zwerchfell verwachsen.
Anatomie
Die Area nuda wird von einer bandartigen Umschlagsfalte des Peritoneums begrenzt, dem Ligamentum coronarium hepatis. Diese bildet zwei Blätter, die an den Seiten zum Ligamentum triangulare dextrum et sinistrum konvergieren. Das Ligamentum triangulare sinistrum läuft in die Appendix fibrosa hepatis aus. Nach kaudal setzt sich das vordere Blatt des Ligamentum coronarium hepatis als Ligamentum falciforme fort.
Die Area nuda hat direkten Kontakt zur unteren Hohlvene (Vena cava inferior) und eine enge topographische Beziehung zur rechten Niere und Nebenniere (getrennt durch die Fascia renalis). In die Vena cava inferior münden auf gleicher Höhe unmittelbar unter dem Foramen venae cavae des Zwerchfells die drei großen Lebervenen:
- Vena hepatica dextra (rechte Lebervene)
- Vena hepatica intermedia (mittlere Lebervene)
- Vena hepatica sinistra (linke Lebervene)
Die Vena hepatica intermedia bildet dabei häufig zunächst einen gemeinsamen Stamm mit der Vena hepatica sinistra, bevor beide gemeinsam in die Vena cava inferior einmünden.
Klinik
Da die Area nuda nicht von Peritoneum bedeckt ist, kann sich freie intraperitoneale Flüssigkeit (z.B. Aszites) dort nicht anlagern. Flüssigkeit, die sich auf CT-Schnitten dorsal der Area nuda darstellt, entspricht daher in der Regel einem Pleuraerguss und nicht einem Aszites – dieses sogenannte "Bare Area Sign" zählt zu den radiologischen Kriterien zur Unterscheidung beider Entitäten.[1]
CT-Untersuchungen zeigen zudem, dass der rechte perirenale Raum über das Ligamentum coronarium hinweg mit der Area nuda kommunizieren kann: Flüssigkeit bei perirenaler Blutung oder Infektion kann sich nach kranial in die Area nuda ausbreiten, umgekehrt kann Blut aus der Area nuda (z.B. bei blutendem hepatozellulärem Karzinom) nach kaudal in den perirenalen Raum übertreten.[2]
Bei der operativen Mobilisation der Leber (z.B. im Rahmen von Resektionen oder Lebertransplantation) müssen das Ligamentum coronarium hepatis und die Ligamenta triangularia durchtrennt werden. Aufgrund der engen Lagebeziehung zur Vena cava inferior und zu den Zwerchfellgefäßen besteht dabei ein erhöhtes Blutungsrisiko.
Quellen
- ↑ Halvorsen et al., Ascites or pleural effusion? CT differentiation: four useful criteria, Radiographics, 1986
- ↑ Lim et al., Right perirenal space. Computed tomography evidence of communication between the bare area of the liver, Clin Imaging, 1990
Literatur
- Schünke et al., Prometheus – Lernatlas der Anatomie, 5. Aufl., Thieme, 2018