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Alveoläre Pneumonie

1 Definition

Die alveoläre Pneumonie ist eine Lungenentzündung (Pneumonie), bei der sich die Entzündung innerhalb der Lungenbläschen (Alveolen) abspielt. Dabei kommt es zu einer entzündlichen Exsudation in die Alveolen. Die alveoläre Pneumonie wird von der interstitiellen Pneumonie abgegrenzt, die das Gewebe zwischen den Alveolen befällt.

2 Einteilung

Man kann die alveoläre Pneumonie weiter in zwei Unterformen unterteilen:

  • Bronchopneumonie: Bronchopneumonien sind Herdpneumonien. Die Entzündung greift von verschiedenen Infektionsherden der Bronchien auf das Lungengewebe über. Die Entzündung kann ein (unifokal) oder mehrere (multifokale) Lungenläppchen betreffen und tritt meist in mehreren Lungenlappen gleichzeitig auf. Eine Bronchopneumonie kann endobronchial, peribronchial oder hämatogen entstehen.
  • Lobärpneumonie: Bei der Lobärpneumonie ist ein ganzer Lungenlappen von der Entzündung betroffen. Diese "klassische" Form ist durch einen Ablauf in typischen Stadien charakterisiert und ist im Gegensatz zur Bronchopneumonie territorial gebunden. Man unterscheidet nach dem Sitz der Infektion weiter in Unterlappen-, Mittellappen- und Oberlappenpneumonie.

3 Pathologie

Eine alveoläre Pneumonie durchläuft idealtypisch verschiedene Stadien:

  • Anschoppung: Hyperämie des pulmonalen Kapillarnetzes im Entzündungsgebiet. Die befallenen Lungenabschnitte sind dunkelrot und konsistenzvermehrt. In den Alveolen reichert sich ein proteinreiches, seröses Exsudat an.
  • Rote Hepatisation: Tritt etwa am 2. bis 3. Tag der Infektion auf. Es kommt zur Bildung von Fibrinfäden im Exsudat. Erste Entzündungszellen wandern in die Alveolen ein. Die Lunge hat makroskopisch eine leberartig feste, gleichzeitig brüchige Konsistenz. Die Schnittfläche ist dunkelrot und erscheint infolge der Fibrinpfröpfe, die aus den Alveolen hervorquellen, fein gekörnt.
  • Graue Hepatisation: Sie stellt den Erkrankungshöhepunkt dar und tritt etwa am 4. bis 6. Tag ein. Der betroffene Lungenabschnitt ist stark vergrößert und weist eine graue, körnige und trockene Schnittfläche auf. Die graue Farbe wird durch das Fibrinexsudat und Leukozyten in den Alveolen hervorgerufen.
  • Gelbe Hepatisation: Sie setzt mit dem 7. bis 8. Tag ein. Durch eine massenhafte Apoptose der Leukozyten und ihre Umwandung in Eiter erhält die Lungenschnittfläche eine gelbliche Farbe.
  • Lyse und Regeneration: Tritt bei unkompliziertem Verlauf am 9. bis 11.Tag ein. Fibrinexsudat und Zelldebris werden aufgelöst.

Symptome, Diagnostik und Therapie, siehe Hauptartikel: Pneumonie

Tags:

Fachgebiete: Pathologie, Pneumologie

Diese Seite wurde zuletzt am 5. März 2020 um 21:31 Uhr bearbeitet.

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