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Oberflächenrekonstruktion

(Weitergeleitet von 3D-Oberflächenrekonstruktion)

Synonym: 3D-Oberflächenrekonstruktion
Englisch: shaded surface display, SDD

1 Definition

Als Oberflächenrekonstruktion, kurz SDD, ist eine Methode der Bildbearbeitung bei der Computertomographie (CT). Sie ermöglicht die Erstellung dreidimensionaler Bilder von Oberflächenstrukturen.

2 Prinzip

Die Struktur von Interesse (z.B. Beckenskelett oder Bauchaorta) muss zunächst definiert werden. Mittels Segmentation wird hierfür das Objekt von seinem Hintergrund "getrennt", beispielsweise durch Wahl eines geeigneten CT-Schwellenwertes. Anschließend wird das Objekt von einer oder mehreren virtuellen Lichtquellen beleuchtet und die Lichtreflexion auf die Betrachtungsebene berechnet und dargestellt. Außerdem wird eine Oberflächenschattierung genutzt, die den relativen Abstand der Oberfläche zur Lichtquelle und den Gradient der CT-Werte berücksichtigt. Dadurch entsteht ein realistischer Bildeindruck.

2.1 Wahl des Schwellenwertes

Als Schwellenwert sollte theoretisch die Mitte zwischen den CT-Werten des Objektes und seiner Umgebung gewählt werden. Häufig wird dieser Wert um etwa 10 % niedriger eingestellt. Orientierend sind folgende Schwellenwerte sinnvoll:[1]

Gewebe Schwellenwert Einsatz
Knochen > 150 Skelettuntersuchung (niedrigerer Wert bei Osteoporose)
Gefäße > 150 CT-Angiographie
Lunge > -600 Bronchialkarzinom (Beziehung des Tumors zu Gefäßen und Pleura)
< -200 Lungenoberfläche (sub-/pleurale Veränderungen, Lungenvolumen)
Luft > -500 Haut (Hautoberfläche)
< -500 Kolon, Larynx, zentrale Bronchien (Ausgussdarstellung)
< -900 periphere Bronchien (Ausgussdarstellung)

3 Anwendung

Mit Hilfe der Oberflächenrekonstruktion können definierte Strukturen (z.B. Gefäße oder Knochenfragmente) topographisch beurteilt werden. Sie dient primär der Befundpräsentation, weniger der Diagnosefindung. Außerdem stellt die SSD die Grundlage der virtuellen Endoskopie dar.

4 Quellen

  1. Prokop M et al. Ganzkörper-Computertomographie: Spiral- und Multislice-CT. 2. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2006.

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Juli 2021 um 17:58 Uhr bearbeitet.

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