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Ägophonie

Synonyme: Ziegenstimme, "Ziegenmeckern", "Meckerstimme"
Englisch: aegophony, egophony

1 Definition

Bei der Ägophonie handelt es sich um eine erhöhte Resonanz von Stimmlauten bei der Auskultation der Lunge. Sie stellt eine Sonderform der Bronchophonie dar.

2 Untersuchung

Eine positive Ägophonie liegt vor, wenn das ausgesprochene englische Vokal "E" bei der Lungenauskultation als "A" wahrgenommen wird. Dabei liegt eine nasale bzw. blökende Stimmqualität (Klangfarbe) vor.

3 Pathophysiologie

Ursächlich für die Ägophonie sind konsolidierte bzw. infiltrierte Lungenabschnitte, z.B. bei einer Pneumonie. Durch Verdichtung entsteht ein Medium, das die Übertragung tieferer Frequenzen erleichtert. Dies führt zu einer positiven Ägophonie im betroffenen Bereich.

Bei einem Pleuraerguss sammelt sich Flüssigkeit im Pleuraspalt an. Die Flüssigkeit komprimiert das benachbarte Parenchym. Dadurch werden in diesem Bereich bevorzugt höhere Schallfrequenzen übertragen. Am oberen Rand des Ergusses entsteht dadurch ebenfalls eine positive Ägophonie.

4 Weitergehende Diagnostik

Um einen Pleuraerguss von einer Lungenkonsolidierung zu unterscheiden, eignet sich z.B. die Untersuchung des Stimmfremitus:

  • verstärkt bei Infiltration
  • abgeschwächt beim Pleuraerguss

Die Ägophonie dient auch der Differenzierung zwischen einer Pneumonie bzw. Lungenödem (feinblasige feuchte Rasselgeräusche) und einer Lungenfibrose (spätinspiratorische Rasselgeräusche bzw. Sklerophonie). Bei letzterer liegt keine Ägophonie vor.

Neben der klinischen Untersuchung sind letztlich die Symptome des Patienten und ggf. weiterführende Untersuchungen (z.B. laborchemische und bildgebende Verfahren) ausschlaggebend.

5 Weblinks

6 Literatur

  • Modi P, Nagdev TS. Egophony. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2020 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK518991/, abgerufen am 28.05.2020
  • Kroegel C. 305 Zugang zum Patienten mit Lungen- und Atemwegserkrankungen. In: Suttorp N, Möckel M, Siegmund B et al., Hrsg. Harrisons Innere Medizin. 19. Auflage. ABW Wissenschaftsverlag; 2016, abgerufen am 28.05.2020

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Juni 2020 um 19:14 Uhr bearbeitet.

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