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Plötzlicher Kindstod

Englisch: sudden infant death syndrome

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Unter dem plötzlichen Kindstod versteht man den plötzlichen und unvorhersehbaren Tod eines Säuglings im Schlaf, ohne dass in der Obduktion eine adäquate Todesursache nachweisbar ist.

2 Epidemiologie [bearbeiten]

In Deutschland beträgt die Häufigkeit 0,5 Promille. Das Häufigkeitsmaximum liegt zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat. Jungen sind vom plötzlichen Kindstod etwas häufiger als Mädchen betroffen. Der plötzliche Kindstod stellt in den Industrienationen die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr dar.

3 Ätiologie [bearbeiten]

Die Ursachen des plötzlichen Kindstod sind noch nicht genau bekannt. Es wird vermutet, dass endogene und exogene Faktoren zum plötzlichen Kindstod beitragen.

Zu den exogenen Faktoren gehören u.a. eine Überwärmung, das Schlafen in Bauchlage, Nikotinexposition während der Schwangerschaft sowie ein Sauerstoffmangel beim Schlafen, während u.a. autonome Regulationsschwächen, eine schwere perinatale Asphyxie, eine Frühgeburt oder eine erschwerte Erweckbarkeit als endogene Faktoren angesehen werden.

4 Risikofaktoren [bearbeiten]

Die wichtigsten Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod sind nach epidemiologischen Untersuchungen das Schlafen des Kindes in Bauchlage sowie ein Alter der Mutter von unter 21 Jahren.

Weitere Risikofaktoren sind das Schlafen im Bett der Eltern, das Schlafen allein im Zimmer, eine weiche Matratze, das Schlafen in Seitenlage sowie ein Nikotinabusus während der Schwangerschaft.

Das Risiko für einen plötzlichen Kindstod ist erhöht, wenn ein Geschwisterkind am plötzlichen Kindstod verstorben ist oder ein Kind bereits ein offensichtlich lebensbedrohendes Ereignis (sog. ALTE) mit Zyanose, Apnoe und Leblosigkeit durchgemacht hat, dessen Ursachen nicht bekannt war. Ein Nikotinabusus oder Drogenabusus der Eltern, rezidivierende virale und bakterielle Infekte erhöhen ebenfalls das Risiko für einen plötzlichen Kindstod.

5 Diagnostik [bearbeiten]

Wenn ein Geschwisterkind bereits am plötzlichen Kindstod verstorben ist, sollte ein Neugeborenes gründlich untersucht werden, wobei vor allem auf Frequenz und Rhythmus der Atmung geachtet werden sollte, um Atemstörungen frühzeitig zu entdecken.

Sinnvoll ist ebenfalls ein EKG, um eine mögliche QT-Verlängerung aufzudecken. Weiterhin sollte ein Differenzialblutbild sowie der Blutzucker bestimmt werden.

6 Prophylaxe [bearbeiten]

Um dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen, sollten Säuglinge im ersten Lebensjahr auf dem Rücken schlafen. Bettzeug sollte vermieden und stattdessen ein Schlafsack verwendet werden. Die Raumtemperatur sollte 16 bis 18 Grad Celsisus betragen, Säugline sollten im Schlafzimmer der Eltern, aber im eigenen Bett schlafen. Es ist wichtig, dass in der Umgebung des Kindes nicht geraucht wird. Auch Stillen kann das Risiko senken.

Vor allem, wenn bereits ein Geschwisterkind am plötzlichen Kindstod verstorben ist, ist es wichtig, dass Eltern mit Reanimationsmaßnahmen vertraut sind.

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Fachgebiete: Kinderheilkunde

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Astrid Högemann

Studentin der Humanmedizin

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Dipl.-Biol. Timo Freyer schreibt seit dem 1.02.2012 im Flexikon, hat bereits 211 neue Artikel publiziert und 2568 Artikeldetails verbessert.

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