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Photosensibilisierung

1 Definition

Unter Photosensibilisierung versteht man in der Medizin eine Erhöhung der Lichtempfindlichkeit, die zu unerwünschten Hautreaktionen führt.

2 Symptome

Bei photosensibilisierten Menschen bilden sich unter Lichteinstrahlung die typischen Symptome eines starken Sonnenbrandes:

Nach Abheilung der Symptome können sich in der Folge Pigmentstörungen der betroffenen Regionen entwickeln.

3 Substanzen

Substanzen, die eine Photosensibilisierung hervorrufen, werden auch Photosensibilisatoren genannt. Dabei kann es sich um Medikamente, bestimmte Pflanzenstoffe oder endogene Substanzen handeln. Dabei ist ein lokaler Kontakt über die Haut oder eine systemische Aufnahme möglich. Allen Photosensibilisatoren gemein ist, dass sie einen Chromophor-Anteil besitzen, der Licht absorbieren kann.

3.1 Medikamente

Eine Vielzahl von Wirkstoffen ruft eine Photosensibilisierung hervor. Bekannte Vertreter sind z.B.

3.2 Pflanzenstoffe

Furanocumarine sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in verschiedenen Pflanzen vorkommen. Bekanntester Vertreter ist der Wiesen-Bärenklau. Kontakt mit Pflanzeteilen rufen die sogenannte Wiesengräserdermatitis hervor, für die eine Photosensibilisierung ursächlich ist.

Hypericin, ein pflanzlicher Wirkstoff des Johanniskrauts, ist ebenfalls für seine photosensibilisierende Wirkung bekannt.

3.3 Endogene Photosensibilisatoren

Eine Photosensibilisierung, die ohne Beteilgung exogener Substanzen auftritt, entsteht z.B. im Rahmen von Porphyrien. Bei diesen Stoffwechselerkrankungen ist die Häm-Synthese gestört, was zur Akkumulation von verschiedenen Porphyrinen führt, die als Photosensibilisatoren wirken.

4 Pathophysiologie

Eine Photosensibilisierung führt zu einer erhöhtem Empfindlichkeit gegenüber UVA-Strahlung. Im Vergleich zu UVB-Strahlung wird diese kaum von Kleidung oder Glas abgeschirmt, so dass eine Schädigung z.B. auch beim Autofahren entstehen kann. Bei der Photosensibilisierung werden zwei Mechanismen unterschieden.

4.1 Phototoxische Reaktion

Einfallendes Licht wird vom Chromophor absorbiert, wodurch dieses angeregt wird. Das aktive Singulett ist sehr kurzlebig und deaktiviert sich schnell wieder, indem es Energie als Wärme abgibt oder auf andere Moleküle überträgt. Bei der Energieübertragung können freie Radikale entstehen. Die Schädigung der betroffenen Regionen entsteht zum einen durch die Wärmeentwicklung und zum anderen durch oxidative Schädigung von Lipiden und Proteinen durch die Radikale. Phototoxische Reaktionen können unmittelbar beim ersten Kontakt mit dem Photosensibilisator ausgelöst werden.

4.2 Photoallergische Reaktion

Eine photoallergische Reaktion wird erst durch wiederholenden Kontakt ausgelöst. Ursächlich ist vermutlich, dass das aktivierte Chromophor an Proteine in der Haut bindet und dadurch ein neues Antigen gebildet wird. Dieses löst bei erneuter Exposition eine immunologische Reaktion aus.

Tags:

Fachgebiete: Dermatologie, Pharmakologie

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