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Osteopathische Behandlung

Synonyme: Osteopathie, osteopathische Medizin

1 Definition

Bei der osteopathischen Behandlung, oder einfach Osteopathie, handelt es sich um ein komplementärmedizinisches Verfahren, das von Andrew Taylor Still 1885 in Amerika geprägt und von den Gründungsvätern als eigenständige Medizin verstanden und praktiziert wurde. Sie ist eine rein manuelle Diagnostik und Therapie. Aus ihr ist die Manuelle Medizin bzw. Chirotherapie entstanden.

Ein großes Problem besteht darin, dass die Begriffe "Manuelle Medizin", "Manualtherapie", "Chiropraktik" und "Osteopathie" oft synonym gebraucht werden.

2 Hintergrund

Die Osteopathie baut auf vier "Prinzipien" auf:

  • Gesetz der Flüssigkeiten.
  • Der Körper ist eine Einheit, und das Individuum eine Kombination aus Körper, Geist und Seele.
  • Der Körper ist zur Selbst-Regulation, zur Selbstheilung und zur Erhaltung von Gesundheit befähigt.
  • Struktur und Funktion stehen in enger wechselseitiger Beziehung.

Daraus leitet sich auch die gebräuchliche modellhafte Vorstellung des ungestörten Austauschs von Körperflüssigkeiten (Stoffwechsel) als eine unabdingbare Voraussetzung für die Gesundheit ab. "Blockierungen" (Dysfunktionen) können demzufolge den Stoffwechsel behindern und damit die Selbstheilungskräfte schwächen, ihre Diagnose determiniert die Therapie mit den Zielen:

  • Mobilität schaffen
  • Blockierungen lösen
  • Zirkulation ermöglichen

In der osteopathischen Philosophie steht die Beweglichkeit von Strukturen und Geweben an erster Stelle. Eine Bewegungseinschränkung einer Struktur, sei es Muskel, Knochen oder Organ soll zu einer Veränderung der Funktion führen.

Die Grundlage einer jeden osteopathischen Behandlung soll das Verständnis über die anatomischen und funktionellen Zusammenhänge des Körpers sein. Hier sollen physiologische und biochemische Prozesse eine wichtige Rolle spielen.

3 Einteilung

Die Osteopathie gliedert sich in folgende drei Teilbereiche:

Die befunderhebenden und therapeutischen Techniken im Rahmen der Osteopathie entsprechen der Erhebung und Analyse von Befund- und Symptomkonstellationen auf Ebene der Körperfunktionen und -strukturen, wobei die palpatorische Befunderhebung im Vordergrund steht. Es handelt sich dabei um keine Krankheitsdiagnose und damit auch nicht um eine Differenzialdiagnose.

4 Rechtslage

Die Osteopathie in Deutschland ist Heilkunde und darf nur von Ärzten und Heilpraktikern selbständig angewendet werden. Die osteopathische Behandlung darf "in Teilen" auch von Physiotherapeuten angewendet werden. Hierbei dürfen Techniken angewendet werden, für die der Physiotherapeut in seinem Grundberuf ermächtigt ist.

Osteopathie darf nur auf einem Privatrezept verordnet werden, da es keine Kassenleistung ist. Mittlerweile erfolgt jedoch durch die meisten GKVen eine teilweise Erstattung der entstandenen Kosten als sogenannte Vertragsleistung. Seit Februar 2012 werden in der Regel bis zu sechs Behandlungen pro Jahr mit bis zu 400 Euro pro Jahr erstattet.

Eine Berufsbezeichnung gibt es in Deutschland nicht, nur in Hessen gibt es eine gesetzlich geregelte Prüfungsordnung und somit den Schutz des Begriffs "Osteopath".

5 Qualifizierung

5.1 Ärzte

  • Voraussetzung für die Anwendung osteopathischer Verfahren durch den Arzt ist die Approbation.
  • Grundsätzlich muss jeder Arzt, der osteopathische Verfahren selbst durchführt, sicherstellen, dass er dafür ausreichend qualifiziert ist.
  • Im Rahmen der (Muster-)Weiterbildungsordnung ist die Zusatz-Weiterbildung "Manuelle Medizin"verankert, deren Erwerb eine Facharztanerkennung voraussetzt. Die osteopathischen Spitzenverbände (BVO, AFO, VOD) beschlossen im Jahr 2015, das die qualitative Ausübung der osteopathischen Behandlung mind. 5 Jahre mit mind.1350 Unterrichtsstunden bedarf, mit einem bestätigtem Curriculum von ostepathischen Inhalten.

5.2 Physiotherapeuten

  • Grundsätzlich können osteopathische Verfahren auch von entsprechend qualifizierten Physiotherapeuten angewendet werden. Dies setzt aber eine ärztliche Verordnung voraus. Soweit ein Arzt osteopathische Verfahren delegiert, hat er sich davon zu überzeugen, dass eine entsprechende Qualifikation vorliegt.
  • Für die Ausübung von Physiotherapeuten gilt die Heilpraktiker Qualifikation als Voraussetzung für die Erbringung osteopathischer Leistungen. So enthält die Qualifikation ( mind. 5 jährige Ausbildung, mind. 1350 Unterrichtsstunden) mit einem von den osteopathischen Spitzenverbänden bestätigtem Curriculum Inhalten osteopathischer Verfahren.

5.3 Heilpraktiker

  • Das Heilpraktikergesetz erlaubt es, Nichtärzten selbstständig und eigenverantwortlich die Heilkunde am Menschen auszuüben, wenn sie eine Heilpraktikererlaubnis (§ 1 HPG) erworben haben.
  • Ein Heilpraktiker darf grundsätzlich alle Untersuchungs- und Behandlungsmethoden anwenden, die er tatsächlich beherrscht. Für bestimmte Verrichtungen bestehen allerdings gesetzliche Verbote. Die Anwendung osteopathischer Verfahren ist von der Heilpraktikererlaubnis erfasst. Auch hier gilt als Qualifikation, die von den osteopathischen Spitzenverbänden (BVO, AFO, VOD) festgesetzten Abschluß (mind. 5Jahre Ausbildung mit 1350 Unterrichtsstunden)

6 Weblinks & Quellen

Fachgebiete: Alternativmedizin

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