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Manuelle Therapie

(Weitergeleitet von Chirotherapie)

Aus dem Altgriechischen: χείρ (Hand)
Synonyme: Manualtherapie, manualtherapeutische Verfahren, Chiropraktik, Chirotherapie

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Die manuelle Therapie beschäftigt sich mit der Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen der Gelenke, Muskeln und Nerven und ihrer pathologischen Folgeerscheinungen, welche auf Störungen der Arthrokinematik (Bewegungsabläufe innerhalb eines Gelenks) zurückzuführen sind. Störungen oder Blockierungen der Gelenke und der Wirbelsäule bzw. der kleinen Wirbelgelenke, die vielfältige Beschwerden im ganzen Körper auslösen können, werden mit gezielten Handgriffen behoben.

Mittels der manuellen Therapie können Schmerzen sowie funktionelle, reflektorische und reversible strukturelle Bewegungseinschränkungen der Gelenke behandelt werden. Im Zentrum der Manuellen Therapie und der Manuellen Medizin steht neben der Schmerzlinderung und Verbesserung der gesundheitlichen Belange auch die Wiederherstellung der Beweglichkeit von Gelenken, die zwar in ihrer Funktion eingeschränkt, jedoch vom Prinzip her noch intakt sind.

2 Anwendungsvoraussetzungen [bearbeiten]

Vor der Therapie stehen Anamnese und Diagnostik: Die Wirbelsäule oder Gelenke werden mit den Händen abgetastet und hinsichtlich ihrer Beweglichkeit überprüft, außerdem werden die Reflexe geprüft. Muskelverspannungen sind dabei häufig wegweisend für Blockaden. Liegt eine Blockade vor, kann diese u.U. chirotherapeutisch behandelt werden, wenn es Beweglichkeit des Gelenks oder des Wirbels in eine andere Richtung gibt. Damit ein Patient sich den Methoden der Manuellen Medizin unterziehen kann und diese auch als erfolgversprechend eingestuft werden können, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein: Jegliche Beschädigungen der Wirbelsäule durch Läsionen, Unfälle, Metastasen oder sonstige Faktoren muss ausgeschlossen werden und durch entsprechende Diagnostik (bildgebende Verfahren) ausgeschlossen werden.

3 Verfahren [bearbeiten]

Ziel der Verfahren der Manuellen Medizin ist durch mechanische Eingriffe bzw. Aufhebung evtl. vorhandener Blockaden Schmerzen zu lindern und hypomobile Gelenke in ihrer Beweglichkeit zu verbessern. Dabei wird zwischen manipulativen und mobilisierenden Methoden unterschieden. Zu den Beweglichkeits-fördernden Maßahmen der mobilisierenden Art gehören langsam vollführte, sanfte Dehnungsbewegungen, die für gewöhnlich mehrmals wiederholt werden. Dieser Art von Behandlung wird ebenso eine Verbesserung der Beweglichkeit zugeschrieben, wie der manipulativen Methode, die wie folgt von Statten geht: Der Therapeut übt kräftig ausgeführte und schnelle Bewegungen der zu behandelnden Gliedmaßen aus.

4 Blockierung [bearbeiten]

Lange Zeit galt in der Manuellen Therapie, sowie verwandten Fachgebieten die Blockade durch ausgerenkte Gelenke im Vordergrund des therapeutischen Denkens. Mittlerweile weiß man, dass nicht solch mechanischer Gedankengang federführend ist, sondern dass es sich in Wirklichkeit um nozizeptive Faktoren handelt. Nicht ein ausgerenktes oder anderweitig blockiertes Gelenk ist der Grund für die Beschwerden, sondern ein durch bestimmte Faktoren überreizter Schmerzrezeptor und motorischer Nerv, der einen dem Gelenk nahen Muskel verspannt. Erst dieser verhärtete Muskel übt einen abnormalen Druck auf das Gelenk aus und führt evtl. zu einer Blockade des Selbigen. Ein recht kräftiger, an der richtigen Stelle angesetzter Reiz führt zur Reizung des Nerven, der im Idealfall einen Reiz abgibt, der den verspannten Muskel wieder entspannt. Folge ist dann eine Entlastung des Gelenks, dessen Beweglichkeit sich schlagartig wieder erhöht. Geht es um Schmerzen und Unbeweglichkeit im Bereich der Wirbelkörpergelenke, kommt am ehesten eine Behandlung der Musculi rotatores breves in Betracht.

5 Gesundheitliche Risiken [bearbeiten]

Bereits seit längerem wird darauf aufmerksam gemacht, dass eine unsachgemäße Behandlung im Bereich der Halswirbelsäule im Extremfall und bei entsprechender Disposition zu Schädigungen an den cervicalen Blutgefäßen führen kann. Folge kann ein Schlaganfall sein.

6 Kritik [bearbeiten]

Die gesamten Verfahren von Chiropraktik und Manueller Medizin/Therapie werden von einigen Wissenschaftlern als nicht zielführend und mitunter sogar schädlich angesehen.

Fachgebiete: Alternativmedizin

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