Synonyme: Armgeflecht, Armplexus
Englisch: brachial plexus


Der Plexus brachialis ist ein Nervengeflecht des peripheren Nervensystems (PNS), das aus den anterioren Ästen (Rami) der Nervenwurzeln C5-C8 und Th1 gebildet wird. Aus ihm gehen die Nerven des Armes und der Brust hervor.
Der Plexus brachialis sorgt für die motorische Innervation der Schultermuskulatur sowie für die motorische und sensible Innervation des Arms und der Hand.
Nach strukturellen Gesichtspunkten kann man den Plexus brachialis grob in drei Abschnitte gliedern: die Trunci (Stämme), die Fasciculi (Bündel) und die daraus schließlich entspringenden Nervi (Nerven).
Die so genannten Trunci (Stämme) sind die direkt auf die vorderen Nervenwurzeln folgenden Hauptstämme des Plexus brachialis, welche zwischen den Skalenusmuskeln durch die senkrecht verlaufende Skalenuslücke ziehen. Aufgrund ihrer topographischen Anordnung unterscheidet man:
Zusätzlich können als anatomische Variation kleinere Faseranteile des vierten Zervikalsegments (C4) und des zweiten Thorakalsegments (Th2) an der Bildung des Plexus brachialis beteiligt sein.
Im weiteren Verlauf nach distal gibt jeder Truncus einen vorderen und einen hinteren Ast ab (Divisiones anteriores et posteriores), die wiederum die Faszikel (Bündel) bilden. Diese lagern sich charakteristisch um die Arteria axillaris an, so dass sich die Nomenklatur der Faszikel auf ihre Lage zur Arterie bezieht. Man unterscheidet:
Aus den einzelnen Fasciculi wiederum gehen, eventuell durch Zusammenlagerung von Faseranteilen aus verschiedenen Faszikeln, die verschiedenen Nerven hervor, die hier kurz angerissen werden sollen:
Weiterhin entspringen direkt aus den Segmenten des Rückenmarks bzw. aus den Trunci folgende Nerven:
Nach topografischen Gesichtspunkten kann man den Plexus brachialis in 2 Abschnitte unterteilen:
Im supraklavikulären Teil findet man die 3 Trunci (superior, medius und inferior) und folgende Nerven:
Im infraklavikulären Teil findet man die Fasciculi (posterior, lateralis und medialis) und folgende Nerven:
Nach einem teilweisen oder vollständigen Abriss der Nervenwurzeln des Plexus brachialis durch Gewalteinwirkung (z.B. Zugkräfte) oder Geburtstraumen kommt es zur so genannten Armplexuslähmung. Sie macht sich durch charakteristische sensible und motorische Ausfälle im Bereich des Arms bemerkbar.
Ist der Durchtritt des Plexus brachialis durch die hintere Skalenuslücke im Halsbereich verengt, kann sich ein so genanntes Skalenussyndrom entwickeln.
Der Plexus brachialis kann bei operativen Eingriffen am Arm oder zur Behandlung von Schmerzzuständen auch gezielt durch Lokalanästhetika ausgeschaltet werden. Diese Form der regionalen Anästhesie bezeichnet man als Plexusanästhesie.
Um sich die Faszikel, aus denen die einzelnen Nerven entspringen, besser merken zu können, gibt es einige Merksprüche.


| Merkspruch | Nerv | Faszikel |
|---|---|---|
| Marylin | Nervus musculocutaneus | Fasciculus lateralis |
| Monroe | Nervus medianus | Fasciculus lateralis und Fasciculus medialis |
| und | Nervus ulnaris | Fasciculus medialis |
| King | Nervus cutaneus brachii medialis | Fasciculus medialis |
| Kong | Nervus cutaneus antebrachii medialis | Fasciculus medialis |
| retten die | Nervus radialis | Fasciculus posterior |
| Anatomie | Nervus axillaris | Fasciculus posterior |
Weiterhin mag recht hilfreich sein, wenn man sich folgendes merkt:
"Axel radelt zur Post": Der Nervus axillaris und radialis entspringen aus dem Fasciculus posterior.
"LAMM": Aus dem lateralen Faszikel entstammen der musculocutaneus und der medianus.
siehe auch: Plexus cervicalis, Plexus lumbalis, Plexus sacralis
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