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Knorpelgewebe

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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(Weitergeleitet von Knorpel)

Synonyme: Cartilago (lat.), Textus cartilagineus, Chondros (griechisch)
Englisch: cartilage, cartilaginous tissue

1. Definition [bearbeiten]

Knorpelgewebe, oder einfach Knorpel, ist eine aus spezialisierten Zellen (Chondrozyten) und extrazellulärer Grundsubstanz aufgebaute Form des Bindegewebes.

2. Vorkommen [bearbeiten]

Knorpelgewebe kommt an vielen Stellen des menschlichen Körpers vor. Es überzieht als Gelenkknorpel (Cartilago articularis) die Gelenkflächen aller echten Gelenke (Diarthrosen), z.B. des Kniegelenks und des Hüftgelenks. Hier sorgt es für die reibungsarme Beweglichkeit der Gelenkenden. Auch die Bandscheiben (Disci intervertebrales) und Menisken bestehen aus Knorpelgewebe. Beim wachsenden Organismus begegnet einem Knorpelgewebe darüber hinaus in den Epiphysenfugen.

Des Weiteren findet man beim Menschen Knorpel in folgenden Regionen:

Vorkommen von Knorpelgewebe

Region Knorpel
Ohr Ohrknorpel (Cartilago auriculae)
Gehörgangsknorpel (Cartilago meatus acustici)
Tubenknorpel (Cartilago tubae auditivae)
Nase Nasenknorpel (Cartilagines nasi)

    Cartilago nasi lateralis ("Dreiecksknorpel")
    Cartilago alaris major ("Flügelknorpel")
    Cartilagines alares minores ("Sesamknorpel")
    Cartilago septi nasi ("Septumknorpel")

Kehlkopf Kehlkopfknorpel (Cartilagines laryngis)

    Cartilago cricoidea ("Ringknorpel")
    Cartilago thyroidea ("Schildknorpel")
    Cartilagines arytaenoideae ("Stellknorpel")
    Cartilago epiglottica ("Kehldeckelknorpel")

Atemwege Trachealknorpel (Cartilagines tracheales)
Thorax Rippenknorpel (Cartilago costalis)

3. Histologie [bearbeiten]

Knorpelgewebe besteht aus Knorpelzellen, den Chondrozyten, und der extrazellulären Knorpelmatrix. Diese besteht aus einer unstrukturierten Grundsubstanz mit einem darin eingelagerten, organisierten Netz aus Kollagenfasern. Die Knorpelmatrix in der Nähe der Chondrozyten bezeichnet man als "territoriale Matrix", die weiter von den Zellen entfernten Bereiche als "interstitielle Matrix" oder "Interterritorialzone". Eine Einheit aus Chondrozyt und territorialer Matrix wird auch Chondron genannt.

3.1. Knorpelzellen [bearbeiten]

Die rundlichen Chondrozyten unterhalten die Matrix und sind in Form kleiner Zellnester in sie eingelagert. Sie entstehen aus Chondroblasten, die für den aktiven Aufbau des Knorpelgewebes verantwortlich sind. Den Abbau des Knorpels übernehmen ebenfalls spezialisierte Zellen, die Chondroklasten.

3.2. Knorpelmatrix [bearbeiten]

Die Knorpelmatrix hat einen Wasseranteil bis zu 70% und weist nahezu keine Blutgefäße und Nerven auf. Ihre Hauptbestandteile sind Kollagene, Elastin und Proteoglykane, deren Gesamtanteil und genaue Zusammensetzung sich bei den verschiedenen Knorpelarten unterscheidet. Die Proteoglykane besitzen zahlreiche negativ geladene Molekülbestandteile und ziehen deshalb Natriumionen an. Sie wiederum binden Wasser im Knorpelgewebe.

3.3. Knorpelformen [bearbeiten]

Je nach Beschaffenheit und Aufbau der Knorpelmatrix unterscheidet man drei Formen des Knorpels:

4. Biomechanik [bearbeiten]

Knorpel ist ein elastisches, biegestabiles Gewebe, das eine hohe Reiss- und Druckresistenz besitzt.

5. Klinik [bearbeiten]

Bei Ernährungsstörungen des Knorpels kommt es zu einer Degeneration der Knorpelmatrix und zum Absterben von Knorpelzellen. Es kommt zur so genannten "Demaskierung" der Kollagenfasern, d.h. die normalerweise in die Grundsubstanz eingebetteten kollagenen Faserzüge treten an die Oberfläche. Dieser Prozess macht sich klinisch unter anderem als Arthrose bemerkbar.

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