Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Vorsteherdrüse (Veterinärmedizin)

Synonym: Prostata

1 Definition

Die Vorsteherdrüse, besser bekannt als Prostata, ist eine exokrin tätige Drüse, die zu den akzessorischen Geschlechtsdrüsen gezählt wird und bei allen Haussäugetieren ausgebildet ist.

2 Anatomie

Die Prostata weist ein enge, jedoch nach Tierart unterschiedlich gestaltete Lagebeziehung zum Beckenabschnitt der Harnröhre (Pars pelvina urethra) auf. Ihre Größe ist, bezogen auf die Körpergröße, beim Hund am mächtigsten ausgebildet. Es folgen in absteigender Reihenfolge das Pferd, Rind, Schwein sowie die kleinen Wiederkäuer.

Sowohl die Gefäßversorgung, als auch der Lymphabfluss und die Innervation gleicht den übrigen akzessorischen Geschlechtsdrüsen.

2.1 Morphologie

An der Prostata kann man grundsätzlich zwei Abschnitte unterscheiden:

  • Corpus prostatae: liegt außen der Pars pelvina urethrae an
    • Lobus dexter: rechter Lappen des Corpus prostatae
    • Lobus sinister: linker Lappen des Corpus prostatae
    • Isthmus prostatae: schmales Verbindungsstück beider Lappen; nur beim Pferd ausgebildet
  • Pars disseminata prostatae: ist in die Wand der Pars pelvina urethrae, meist ringsum, eingebaut

3 Histologie

Die Organkapsel des Corpus prostatae sowie das interstitielle Bindegewebe der gesamten Drüse enthalten reichlich glatte Muskelzellen. Tiere, die eine Pars disseminata prostatae besitzen, erhalten Unterstützung durch den Musculus urethralis. Dieser entleert durch Kontraktion das Sekret aus der Pars disseminata der Prostata, da er diesen Bereich umhüllt.

Über zahlreiche kleine Ausführungsgänge (Ductuli prostatici) gelangt das Sekret des Corpus prostatae und der Pars disseminata prostatae in das Harnröhrenlumen. Sie münden etwas seitlich vom Samenhügel in einer Schleimhautfalte, die als Sinus prostaticus bezeichnet wird.

4 Tierartliche Unterschiede

Sowohl im Vorkommen, als auch in der Größe und der Form der Prostataanteile herrschen große tierartliche Unterschiede.

  • Hund: groß ausgebildetes Corpus prostatae, das mit beiden Lobi prostatae die Harnröhre gänzlich umgreift; spärlich vorhandene Pars disseminata prostatae
  • Katze: Corpus prostatae mitsamt den Lobi prostatae umfassen die Harnröhre nicht gänzlich, so dass die ventrale Seite frei bleibt; spärlich ausgebildete Pars disseminata prostatae
  • Rind: klein ausgebildetes Corpus prostatae dorsalseitig an der Harnröhre; groß ausgebildete Pars disseminata prostatae
  • Schwein: klein ausgebildetes Corpus prostatae an der Dorsalseite der Harnröhre; groß entwickelte Pars disseminata prostatae
  • kleine Wiederkäuer: kein Corpus prostatae vorhanden; gut entwickelte Pars disseminata prostatae, die beim Schaf die ventrale Region der Harnröhrenwand frei lässt
  • Pferd: gut entwickeltes Corpus prostatae mit zwei 50-90 mm langen und 30-60 mm breiten Lobi prostatae, die der Harnröhre seitlich anliegen und durch eine dorsale Brücke (Isthmus prostatae) miteinander in Verbindung stehen; keine Pars disseminata prostatae ausgebildet

5 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band II: Eingeweide. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Breit, Sabine, Künzel, Wolfgang. Grundlagen der Reproduktion und Endokrinologie. WS 2016/17. Leitfaden.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

410 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: