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Validation

von lateinisch: validus - kräftig
Englisch: validation therapy

1 Definition

Validation bedeutet „unbedingte Wertschätzung“ und ist eine Umgangstechnik, ferner eine Kommunikationstechnik, im Umgang mit dementiell erkrankten Menschen. Sie soll das Wohlbefinden und die Autonomie des Dementen durch das Normalitätsprinzip fördern d.h. die subjektive Wirklichkeit des Gegenübers wird so angenommen, wie sie vorherrscht.

Validation ist eine notwendige Grundhaltung und keine Technik oder Therapie.

2 Validation nach Naomi Feil

2.1 Theorie

  • die Validation nach Naomi Feil erweitert das Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung nach Erikson
  • letzte Lebensphase erweitert um "Verarbeiten versus Vegetieren"
  • alte Menschen versuchen ungelöste Konflikte vor ihrem Tod zu lösen, um in Ruhe sterben zu können

2.2 Ziele

  • Wiederherstellung des Selbstwertgefühls
  • Reduktion von Stress
  • Lösen der ungelösten Konflikte aus der Vergangenheit
  • Reduktion chemischer und physikalischer Zwangsmittel
  • Verbesserung der verbalen und nonverbalen Kommunikation
  • Verhinderung eines Rückzugs in das Vegetieren

2.3 Methode

  • Anwender der Validation konzentriert sich auf die Gefühle oder Bedürfnisse seines Gegenübers
  • am kann in der Gruppe als auch mit Einzelpersonen validieren
  • die Methode bedient sich verbaler und nonverbaler Techniken
  • zur Grundeinstellung des Anwenders gehören Respekt, Empathie und der Verzicht auf Wertung

2.4 Beispiele

  • Wenn bspw. der Demenzerkrankte eine Mitbewohnerin beschuldigt, ihm die Brille gestohlen zu haben, obwohl sie auf der Nase sitzt, empfiehlt Feil zu fragen: »Wann hat Frau M. die Brille gestohlen?«
  • Wenn der Demenzerkrankte sagt »Heute Abend kommt meine Mutter«, fragt Naomi Feil: »Wann kommt sie?« Mit diesen Fragen wird die Fehlannahme verstärkt, seine Sehnsucht oder Not nicht ernst genommen.[1]

3 integrative Validation nach Nicole Richards

3.1 Theorie

  • die integrative Validation nach Nicole Richards dient nicht zur Bewältigung ungelöster Probleme
  • Orientierung am Gefühl der Betroffenen

3.2 Ziele

  • Vermittlung praktischer Fähigkeiten
  • keine Möglichkeit der Erfüllung der letzten Lebensaufgabe
  • personenzentrierte, wertschätzende Grundhaltung
  • Verknüpfung von Aspekten wie Körpersprache, Biographiearbeit, basale Stimulation und Millieutherapie

3.3 Methode

  • wichtiges Element der IVA (integrativen Validation) ist die Biographie und die Interaktion
  • wird mit Einzelpersonen praktiziert und mit Gruppen
  • es gibt keine Fragen
  • häufiges Nutzen von Sprichwörter, welche die aktuellen Situationen des Betroffenen widerspiegeln
  • Sätze klar, einfach, direkt formuliert
  • Methode wird immer auf die gleiche Situation angewandt

4 Quellen

  1. (Erich Grond (2009), Pflege Demenzkranker, 4. Auflage, Brigitte Kunz Verlag)

5 Weblinks

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