Tozorakimab
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LoslegenSynonym: MEDI3506
Englisch: tozorakimab
Definition
Tozorakimab ist ein humaner monoklonaler Antikörper des IgG1-Subtyps, der sich gegen Interleukin-33 (IL-33) richtet. Der Wirkstoff befindet sich zurzeit (2026) in Phase 3 der klinischen Prüfung zur Behandlung von chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).
Herstellung
Tozorakimab wurde mittels Phage-Display aus einer humanen Antikörperbibliothek isoliert und anschließend durch Affinitätsreifung der komplementaritätsbestimmenden Regionen optimiert. Der resultierende Antikörper weist eine deutlich höhere Affinität für die reduzierte Form von IL-33 auf als der physiologische Rezeptor ST2.[1]
Wirkmechanismus
IL-33 ist ein Alarmin aus der Interleukin-1-Familie, das aus geschädigtem Epithel- und Endothelgewebe freigesetzt wird und entzündliche Immunreaktionen auslösen kann. Es kommt in einer reduzierten und einer oxidierten Form vor, die über unterschiedliche Signalwege wirken.
Tozorakimab neutralisiert beide Formen. Die reduzierte Form wird durch Blockade der Interaktion mit dem Rezeptor ST2 gehemmt, wodurch die nachgeschaltete, NF-κB-vermittelte Freisetzung proinflammatorischer Zytokine vermindert wird. Zusätzlich verhindert die Substanz die Oxidation von IL-33 und damit die Signalübertragung der oxidierten Form über den RAGE/EGFR-Komplex, die mit epithelialer Dysfunktion und Schleimhypersekretion assoziiert ist. Dieser duale Wirkmechanismus unterscheidet Tozorakimab von Wirkstoffen, die ausschließlich den ST2-Signalweg adressieren.[1]
Klinische Studien
Für Tozorakimab konnte in zwei Phase-3-Studien eine Reduktion von mittelschweren bis schweren Exazerbationen bei COPD nachgewiesen werden.[2]
Aktuell (2026) wird Tozorakimab noch in weiteren Phase-3-Studien zu COPD und schweren viralen Atemwegsinfektionen sowie in einer Phase-2-Studie zum Asthma bronchiale geprüft.[2]
Dosierung
In Phase-3-Studien zur COPD wurde Tozorakimab in einer Dosierung von 300 mg alle 2 oder 4 Wochen als Zusatztherapie zur inhalativen Standardtherapie untersucht.[2] In einer weiteren Phase-2-Studie zur COPD kam eine Dosierung von 600 mg alle 4 Wochen subkutan zum Einsatz.[3]
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
In bisherigen klinischen Studien wird Tozorakimab insgesamt als relativ gut verträglich beschrieben. Die Häufigkeit therapieassoziierter unerwünschter Ereignisse war nicht relevant erhöht im Vergleich zum Placebo, schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SAE) wurden vereinzelt berichtet.[4] Zu den gelegentlichen Nebenwirkungen zählen milde Lokalreaktionen an der Injektionsstelle, Infektionen der oberen Atemwege und Kopfschmerzen.
Zulassungsstatus
Tozorakimab ist derzeit (2026) weder in der EU noch in den USA zugelassen.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 England et al., Tozorakimab (MEDI3506): an anti-IL-33 antibody that inhibits IL-33 signalling via ST2 and RAGE/EGFR to reduce inflammation and epithelial dysfunction, Sci Rep, 2023
- ↑ 2,0 2,1 2,2 AstraZeneca - Tozorakimab met primary endpoint in both OBERON and TITANIA Phase III trials in patients with COPD, Pressemitteilung, abgerufen am 27.03.2026
- ↑ Singh et al., A phase 2a trial of the IL-33 monoclonal antibody tozorakimab in patients with COPD: FRONTIER-4, Eur Respir J, 2025
- ↑ Reid et al., A Randomized Phase I Study of the Anti-Interleukin-33 Antibody Tozorakimab in Healthy Adults and Patients With Chronic Obstructive Pulmonary Disease, Clin Pharmacol Ther, 2024