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Taschenfaltenstimme

1. Definition

Die Taschenfaltenstimme ist eine Stimme, die durch Schwingung der normalerweise nicht an der Phonation beteiligten Plicae vestibulares (Taschenfalten) erzeugt wird.

2. Hintergrund

Bei der Taschenfaltenstimme bewegen sich die Plicae vestibulares und ersetzen teilweise die Funktion der Stimmlippen. Sie klingt im Vergleich zur physiologischen, durch die Stimmlippen gebildeten Stimme rau, heiser, knarrend, deutlich tiefer und gepresst.

3. Ätiologie

Die Taschenfaltenstimme kann als Symptom von Erkrankungen auftreten oder willentlich gebildet werden.

3.1. Pathologische Taschenfaltenstimme

Im Rahmen einer Stimmstörung, z.B. bei der hyperfunktionellen Dysphonie, tritt die Taschenfaltenstimme als Begleiterscheinung auf.

Des Weiteren kann sie mit psychogenen Störungen assoziiert sein.

3.2. Willkürliche Taschenfaltenstimme

Bei Stimmlippenlähmung infolge einer beidseitigen Schädigung des Nervus laryngeus inferior (oder anderen schwerwiegenden Glottis-Störungen) können Patienten erlernen, die Plica vestibulares durch eine willkürliche Kontraktion der Musculi stylopharyngeus, palatopharyngeus und ventricularis in Bewegung zu versetzen. Dadurch kann eine Ersatzstimme gebildet werden.

Die Taschenfaltenstimme kommt, hervorgerufen durch eine willkürliche Verengung der Vorhofritze, in einigen Musikgenres und Klangeffekten zum Einsatz (z.B. Growling).

4. Literatur

  • Reiß, Facharztwissen HNO-Heilkunde, Springer Medizin Verlag, 2009

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10.03.2025, 09:51
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