T2*-Relaxation
Synonym: effektive transversale Relaxation
Englisch: T2* relaxation
Definition
Die T2*-Relaxation beschreibt in der Magnetresonanztomographie (MRT) den zeitlichen Abbau der Transversalmagnetisierung unter Berücksichtigung zusätzlicher Dephasierung durch Magnetfeldinhomogenitäten. Sie stellt die effektive transversale Relaxation dar und bestimmt den Signalabfall im Free Induction Decay (FID) sowie in Gradientenecho-Sequenzen.
Physikalische Grundlagen
Mechanismus
Nach Anregung durch einen Hochfrequenzpuls entsteht eine phasenkohärente Transversalmagnetisierung. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Dephasierung der Kernspins, die zwei Ursachen hat:
- intrinsische Spin-Spin-Wechselwirkungen (T2-Relaxation)
- zusätzliche Magnetfeldinhomogenitäten
Letztere führen zu lokalen Unterschieden der effektiven Larmorfrequenz und damit zu einer beschleunigten Phasendivergenz.
Magnetfeldinhomogenitäten
Magnetfeldinhomogenitäten können verschiedene Ursachen haben:
- systembedingte Inhomogenitäten des B0-Magnetfeldes
- Suszeptibilitätsunterschiede zwischen Geweben (z.B. Luft/Gewebe-Grenzen)
- paramagnetische Substanzen (z.B. Hämosiderin)
- metallische Materialien
Diese Effekte führen zu lokalen Gradienten des Magnetfeldes und verstärken die Dephasierung.
Zeitlicher Verlauf
Der Signalabfall folgt näherungsweise einem exponentiellen Verlauf:
mit:
- = Transversalmagnetisierung zum Zeitpunkt
- = anfängliche Transversalmagnetisierung
- = effektive transversale Relaxationszeit
Es gilt:
Abgrenzung zur T2-Relaxation
Die T2-Relaxation beschreibt ausschließlich intrinsische Dephasierung durch Spin-Spin-Wechselwirkungen. Die T2*-Relaxation umfasst zusätzlich makroskopische und mikroskopische Magnetfeldinhomogenitäten. Im Gegensatz zur T2-Relaxation sind die durch statische Feldinhomogenitäten verursachten Dephasierungen prinzipiell reversibel.
Bedeutung für die MRT
Die T2*-Relaxation ist von zentraler Bedeutung, da sie:
- den Signalabfall im Free Induction Decay bestimmt
- die Grundlage von Gradientenecho-Sequenzen bildet
- empfindlich auf Suszeptibilitätseffekte reagiert
Dies wird gezielt genutzt in:
- Suszeptibilitätsgewichteter Bildgebung
- Nachweis von Blutabbauprodukten
- funktioneller MRT (BOLD-Effekt)
Rephasierung
Durch Spin-Echo-Sequenzen können statische Magnetfeldinhomogenitäten kompensiert werden. Ein 180°-Puls führt zu einer Rephasierung der Spins und eliminiert den T2*-bedingten Anteil der Dephasierung, sodass der Signalverlauf durch die intrinsische T2-Relaxation bestimmt wird.