T2-Relaxation
Synonyme: Transversale Relaxation, Querrelaxation, Spin-Spin-Relaxation
Englisch: T2 relaxation
Definition
Die T2-Relaxation beschreibt in der Magnetresonanztomographie (MRT) den zeitlichen Abbau der Transversalmagnetisierung infolge des Verlusts der Phasenkohärenz der Kernspins. Sie beruht auf Wechselwirkungen innerhalb des Spinsystems und ist eine zentrale Grundlage des T2-gewichteten Bildkontrasts.
Physikalische Grundlagen
Mechanismus
Nach Anregung durch einen Hochfrequenzpuls entsteht eine phasenkohärente Transversalmagnetisierung, die das MR-Signal erzeugt. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem fortschreitenden Verlust der Phasenkohärenz der Spins. Ursache sind mikroskopische Magnetfeldunterschiede, die durch Wechselwirkungen zwischen benachbarten Spins entstehen. Sie führen dazu, dass Spins mit leicht unterschiedlichen Larmorfrequenzen präzedieren und sich zunehmend gegeneinander verschieben (Dephasierung). Dieser Prozess wird daher als Spin-Spin-Relaxation bezeichnet und erfordert keinen Energieaustausch mit der Umgebung. Unabhängig davon bewirkt die gleichzeitig ablaufende T1-Relaxation den Aufbau der Längsmagnetisierung.
Der Abbau der Transversalmagnetisierung folgt näherungsweise einem exponentiellen Verlauf:
mit:
- = Transversalmagnetisierung zum Zeitpunkt
- = anfängliche Transversalmagnetisierung
- = T2-Relaxationszeit
Die T2-Relaxationszeit ist definiert als die Zeit, nach der die Transversalmagnetisierung auf etwa 37 % ihres Anfangswertes abgefallen ist. Sie ist weitgehend unabhängig von der Stärke des Magnetfeldes.
Abhängigkeit von Gewebeeigenschaften
Die T2-Relaxation hängt von der molekularen Umgebung und den lokalen Magnetfeldinhomogenitäten auf mikroskopischer Ebene ab. Entscheidend ist, in welchem Ausmaß lokale Feldunterschiede durch molekulare Bewegung zeitlich gemittelt werden. Typische Zusammenhänge:
Bedeutung für die MRT
Die T2-Relaxation ist entscheidend für die MRT, da sie:
- den Signalabfall der Transversalmagnetisierung bestimmt
- die Grundlage der T2-Gewichtung bildet
- maßgeblich durch die Echozeit (TE) beeinflusst wird
Gewebe mit langer T2 erscheinen in T2-gewichteten Bildern signalreich (hell), Gewebe mit kurzer T2 signalarm (dunkel).
T2*-Relaxation
Die T2*-Relaxation beschreibt den zusätzlichen Signalverlust durch makroskopische Magnetfeldinhomogenitäten. Sie entstehen z.B. durch:
- Suszeptibilitätsunterschiede an Gewebegrenzen (z.B. Luft/Gewebe)
- metallische oder paramagnetische Substanzen
Im Gegensatz zur T2-Relaxation kann der Einfluss statischer Feldinhomogenitäten durch Spin-Echo-Sequenzen weitgehend kompensiert werden.
Abgrenzung
T2- und T1-Relaxation verhalten sich nicht spiegelbildlich, da sie auf unterschiedlichen physikalischen Mechanismen beruhen. Allerdings zeigen viele Gewebe in T1- und T2-gewichteten MRT-Sequenzen eine gegenläufige Signalintensität, was den Eindruck eines spiegelbildlichen Verhaltens vermitteln kann.