B0-Magnetfeld (MRT)
Definition
Das B0-Magnetfeld ist das statische, räumlich möglichst homogene Magnetfeld eines Magnetresonanztomographen. Es bildet das Grundfeld der Magnetresonanztomographie (MRT) und definiert die Ausrichtung der Kernspins sowie deren Larmorfrequenz. Die Stärke des B0-Feldes ist eine zentrale Kenngröße des MRT-Systems.
Physikalische Grundlagen
Funktion
Das B0-Magnetfeld bewirkt die Ausrichtung der magnetischen Momente der Atomkerne entlang der Feldrichtung. Dadurch entsteht eine makroskopische Magnetisierung in Richtung des Feldes (Longitudinalmagnetisierung). Zudem bestimmt das B0-Feld die Präzessionsfrequenz der Spins:
- γ = gyromagnetisches Verhältnis (kernspezifisch)
- B₀ = Magnetfeldstärke
Damit legt die Feldstärke direkt die Resonanzbedingungen für die Kernspinresonanz fest. Das B0-Magnetfeld bestimmt zudem die Energiedifferenz der Kernspinzustände (Zeeman-Aufspaltung) und damit die Energie des absorbierten Hochfrequenzpulses.
Feldstärke
Die Stärke des B0-Magnetfeldes wird in Tesla angegeben. In der klinischen MRT sind typische Feldstärken 1,5 T und 3 T.
Höhere Feldstärken führen zu:
- höherem Signal-Rausch-Verhältnis
- verbesserter Orts- und Kontrastauflösung
- stärker ausgeprägten Suszeptibilitätseffekten
Homogenität
Für eine präzise Bildgebung ist eine hohe räumliche Homogenität des B0-Feldes erforderlich. Inhomogenitäten führen zu Frequenzverschiebungen, Signalverlust und Artefakten.
Die Homogenität wird durch sogenannte Shim-Systeme optimiert:
- passives Shimming (Materialien)
- aktives Shimming (Spulen)
Technische Realisierung
Das B0-Feld wird durch den Hauptmagneten erzeugt. In der klinischen MRT kommen überwiegend supraleitende Magnete zum Einsatz. Diese werden mit flüssigem Helium gekühlt. Unterhalb der Sprungtemperatur verschwindet der elektrische Widerstand, sodass ein einmal induzierter Strom dauerhaft fließen kann. Dies ermöglicht ein konstantes Magnetfeld ohne Energiezufuhr sowie eine hohe Feldstabilität.
Sicherheitsaspekte
Das starke statische Magnetfeld in der Magnetresonanztomographie hat wichtige sicherheitstechnische Auswirkungen. So können ferromagnetische Objekte erheblich beschleunigt werden, was zum sogenannten Projektil-Effekt führt. Zudem kann es zu Wechselwirkungen mit Implantaten kommen, und auf metallische Strukturen wirken sowohl Kräfte als auch Drehmomente. Besonders relevant ist dabei, dass das B0-Feld permanent vorhanden ist und nicht kurzfristig abgeschaltet werden kann. Eine Ausnahme bildet der sogenannte Quench.