Longitudinalmagnetisierung
Synonym: Längsmagnetisierung
Definition
Die Longitudinalmagnetisierung ist die Komponente der Magnetisierung in der Magnetresonanztomographie (MRT), die parallel zum statischen B0-Magnetfeld ausgerichtet ist. Sie entsteht durch die Boltzmann-Verteilung als Folge einer bevorzugten Besetzung energieärmerer Kernspin-Zustände. Im thermischen Gleichgewicht entspricht sie der gesamten makroskopischen Magnetisierung.
Physikalische Grundlagen
Entstehung
Im äußeren B0-Magnetfeld richten sich die magnetischen Momente der Atomkerne bevorzugt parallel zur Feldrichtung aus. Aufgrund der statistischen Besetzungsdifferenz entsteht ein kleiner Überschuss an Spins im energieärmeren Zustand. Dieser Überschuss führt zu einer makroskopischen Magnetisierung entlang der Feldachse, der Longitudinalmagnetisierung Mz.
Gleichgewichtszustand
Im thermischen Gleichgewicht liegt ausschließlich Longitudinalmagnetisierung vor:
mit:
- M0 = Gleichgewichtsmagnetisierung
- z = Richtung des B0-Feldes
Die Größe von M0 hängt ab von:
Beeinflussung durch Hochfrequenzpulse
Ein Hochfrequenzpuls kann die Longitudinalmagnetisierung aus der z-Richtung kippen und in Transversalmagnetisierung überführen. Dabei gilt:
- 90°-Puls → vollständige Überführung in die Transversalebene
- 180°-Puls → Inversion der Longitudinalmagnetisierung
Nach der Anregung ist Mz reduziert oder kann sogar negativ werden.
T1-Relaxation
Nach einem Hochfrequenzpuls kehrt die Longitudinalmagnetisierung exponentiell in ihren Gleichgewichtszustand zurück. Dieser Prozess wird als T1-Relaxation oder longitudinale Relaxation bezeichnet:
mit:
- Mz(t) = Longitudinalmagnetisierung zum Zeitpunkt t
- M0 = Gleichgewichtswert
- T1 = longitudinale Relaxationszeit
Die T1-Relaxation beruht auf Energieaustausch zwischen Spins und Umgebung (Spin-Gitter-Relaxation).