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Sevofluran

Synonyme: 1,1,1,3,3,3-Hexafluor-2-(fluormethoxy)propan, Ultan
Englisch: Sevoflurane

1 Definition

Sevofluran ist ein volatiles Anästhetikum (Inhalationsanästhetikum), welches unter dem Handelsnamen Sevorane vertrieben wird. Das Narkosemittel gehört zur Gruppe der Flurane. Seine hypnotische Wirkung wird als sehr gut und effektiv eingestuft, während die muskelrelaxierende und analgetische (schmerzlindernde) Wirkung von Sevofluran als eher schwach anzusehen ist. Vor allem im Bereich der Kinderanästhesie ist Sevofluran ein sehr weit verbreitetes und häufig verwendetes Anästhetikum.

2 Chemie

Sevofluran ist der Trivialname der organischen Verbindung 1,1,1,3,3,3-Hexafluor-2-(fluormethoxy)propan. Die Summenformel dieses Inhalationsanästhetikums ist C4H3F7O. Sevofluran ist in Wasser sehr schlecht löslich und sein Siedepunkt liegt bei 58,5 °C.

3 Pharmakologie

Der für eine effektive, aber möglichst Organismus schonende Narkose sehr wichtige Blut-Gas-Verteilungskoeffizient beträgt bei Sevofluran etwa 0,65. Dies bedeutet, dass bei einer Konzentration von 1 Volumenprozent in den Lungenbläschen die Konzentration im Blut bei 0,65 Volumenprozent (Vol%) liegt. Die sehr geringe Löslichkeit in Wasser sorgt bei der Narkose für eine sehr schnelle Einschlaf- und Aufwachphase. Die minimale alveoläre Konzentration (MAC) liegt bei 2 %; damit weist Sevofluran eine deutlich geringere Potenz als Isofluran auf.

Vorteile von Sevofluran sind zum einen sein - im Gegensatz zu Äther - angenehmer Geruch. Zum anderen ist es äußerst schleimhautschonend. Beide Eigenschaften machen es besonders geeignet als Inhalationsanästhetikum (insbesondere in der Kinderheilkunde). Die Metabolisierungsrate von Sevofluran beträgt 3-5 %. Im Rahmen der Metabolisierung kommt es zur Freisetzung von anorganischem Fluorid und Hexafluoroisopropanol.

Eine durch diese Abbauprodukte hervorgerufene Schädigung der Nieren konnte nicht gezeigt werden. Eine Besonderheit von Sevofluran ist seine Fähigkeit, eine Reaktion mit dem Atemkalk der halbgeschlossenen Narkosesysteme einzugehen. Diese Reaktion wird durch hohe Gaskonzentrationen, sehr trockenen Atemkalk und einen niedrigen Frischgasfluss begünstigt. Die dabei entstehenden Abbauprodukte (Compound A-E) wirkten im Tierversuch in sehr hoher Konzentration nierenschädigend (nephrotoxisch). Beim Menschen konnte dieser Effekt allerdings bisher nicht zweifelsfrei beobachtet werden.

4 Nebenwirkungen

  • Gefäßerweiterung (Vasodilatation)
  • Abfall des arteriellen Blutdrucks
  • Steigerung der Herzfrequenz
  • koronare Durchblutungsstörungen
  • Verringerung vom Herzminutenvolumen
  • Verringerung der Nierendurchblutung
  • Verringerung der glomerulären Filtrationsrate und der Urinproduktion

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