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Schlundverstopfung (Rind)

Synonym: Ösophagusobturation
Englisch: oesophageal obstruction

1 Definition

Die Schlundverstopfung ist eine durch das Abschlucken ungenügend zerkleinerter Futterteile entstehende partielle oder totale Verlegung des Ösophagus beim Rind.

2 Ätiologie

Schlundverstopfungen entstehen meistens durch das Abschlucken ungenügend zerkleinerter und fester Futterbestandteile (z.B. Äpfel, nicht eingeweichte Rübenschnitzel oder rohe Kartoffeln).

Selten entsteht eine Schlundverstopfung infolge einer chronischen Passagestörung, die durch raumfordernde Prozesse der Ösophaguswand oder des umliegenden Gewebes (z.B. Neoplasie, Abszess) ausgelöst werden. In Ausnahmefällen ist auch eine Funktionsstörung der Schlundmuskulatur Auslöser der Verstopfung.

3 Pathogenese

Nachdem die Tiere den Fremdkörper abgeschluckt haben, setzt sich dieser häufig im Bereich des Pharynx, des Brusteingangs oder des Zwerchfells fest (prädisponierende Stellen). In weiterer Folge entsteht ein schmerzhafter Schlundkrampf, der die Obturation verschlimmert.

Bei einer vollständigen Verlegung des Ösophagus entwickelt sich binnen kurzer Zeit eine akute Pansentympanie mit dorsaler Gasblase. Durch die Aspirationsgefahr und Tympanie entsteht eine akut lebensbedrohliche Erkrankung, die zum plötzlichen Verenden der Tiere führen kann. Länger bestehende Verstopfungen führen zusätzlich zu Drucknekrosen der Schleimhaut, die entweder perforieren oder zu einer Narbenstriktur führen können.

4 Klinik

Betroffene Rinder leiden an plötzlich einsetzender Inappetenz, sie würgen und husten, es kommt zu einem schwallartigen Ausfluss von Speichel und sie entwickeln ein kolikartiges Verhalten.

5 Differenzialdiagnosen

Bei vermehrtem Speichelfluss ist an Tollwut sowie an bestimme Formen von Botulismus zu denken.

6 Diagnose

Das typische klinische Bild reicht häufig schon aus, um eine Diagnose zu stellen. Bei unklaren Fällen bzw. bei Pansentympanie gibt das Setzen einer Nasenschlundsonde Aufschluss auf die Erkrankung.

7 Therapie

Die Behandlung besteht in der mechanischen Entfernung des Fremdkörpers. Bei palpierbaren Obturationen kann versucht werden, die Verstopfung durch beidseitige Massage nach oral zu befördern. Alternativ ist der Fremdkörper mittels Nasenschlundsonde in den Magen vorzuschieben.

In aussichtslosen Fällen kann eine chirurgische Intervention notwendig sein (z.B. Ruminotomie).

8 Quellen

Diese Seite wurde zuletzt am 24. März 2021 um 13:17 Uhr bearbeitet.

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