SEA-Domäne
Definition
Die SEA-Domäne, von englisch "sperm protein, enterokinase, agrin", ist eine evolutionär konservierte Proteindomäne, die in verschiedenen Typ-I-Transmembranproteinen vorkommt und häufig mit Proteolyse- und Prozessierungsvorgängen assoziiert ist.
Biochemie
Die SEA-Domäne wurde ursprünglich in Spermaprotein, Enterokinase und Agrin beschrieben. Sie findet sich vor allem in membranständigen Glykoproteinen mit extrazellulärer N-terminaler Domäne und transmembranärer Helix.
Die SEA-Domäne besteht aus etwa 120 Aminosäuren und bildet eine kompakte Faltung, die eine proteolytisch empfindliche Region enthalten kann. In vielen Proteinen liegt sie in unmittelbarer Nähe zur Zellmembran.
Funktion
Die SEA-Domäne kann eine autoproteolytische oder enzymvermittelte Spaltung ermöglichen. Dadurch entstehen membranständige und lösliche Proteinfragmente, die an Zell-Zell-Interaktionen, Signaltransduktion und Adhäsion beteiligt sein können.
Klinische Relevanz
SEA-Domänen-haltige Proteine spielen bei verschiedenen Erkrankungen, insbesondere in der Onkologie, eine Rolle. Beispiele sind Muzine (z.B. MUC1) sowie Tumorantigene wie TROP2.
Literatur
- Goldenberg DM et al. The emergence of trophoblast cell-surface antigen 2 (TROP-2) as a novel cancer target. 2018