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Riesen-Bärenklau

lateinisch: Heracleum mantegazzianum
Synonyme: Herkulesstaude
Englisch: Giant hogweed

1 Definition

Der Riesen-Bärenklau ist eine phototoxische Pflanzenart aus der Gruppe der Doldengewächse (Apiaceae) mit Heimat im Kaukasus, die sich als invasiver Neophyt zunehmend in Mitteleuropa ausbreitet.

2 Eigenschaften

Riesen-Bärenklau wächst an feuchten Standorten, häufig entlang von Wegen oder Flussufern. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 3,5 m. Der Stengel ist bis zu 10 cm dick und rot gefleckt. Die großen Laubblätter sind gefiedert und erinnern in ihrer Form an Bärentatzen (Name!). Die Blüten erscheinen zwischen Juli und September, sind weiß und sitzen in bis zu 50 cm breiten Dolden.

3 Inhaltsstoffe

Der Riesen-Bärenklau enthält Furanocumarine (syn. Furocumarin-Derivate, siehe auch Psoralen) wie Methoxsalen und Bergapten sowie Imperatorin.

3.1 Toxikologie

Oben genannte Inhaltsstoffe sind allesamt photosensibilisierend bzw. phototoxisch. Nach Kontakt mit Pflanzensaft kann es anschließend unter Einwirkung von UV-Licht zu entzündlichen Reaktionen bis hin zu verbrennungsartigen Beschwerden, einschließlich starker Blasenbildung, kommen. Diese Wirkung beruht auf einer Photoaktivierung der Substanzen durch UV-Strahlung.

Furanocumarine vom Psoralen-Typ wirken antimitotisch („zellteilungshemmend“), indem sie unter Lichteinfluss mit den Pyrimidinbasen der DNA reagieren; darin gründet weiterhin mutagenes und kanzerogenes (krebserregendes) Potential.

Im Sinne eines Haptens können Furanocumarine allergische Reaktionen auslösen.

siehe auch: Wiesendermatitis

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Fachgebiete: Biologie, Toxikologie

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