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Residualvolumen

von lateinisch: residere - sich niederlassen, bleiben
Englisch: residual volume

1 Definition

Residualvolumen ist ein Fachbegriff aus der Physiologie bzw. der Lungenfunktionsdiagnostik. Unter dem Residualvolumen versteht man das Gasvolumen, welches nach maximaler Exspiration noch in der Lunge verbleibt und aus physikalischen Gründen nicht ausgeatmet werden kann.

2 Referenzbereich

Das Residualvolumen liegt normalerweise zwischen 1,0 und 1,2 Liter, in der Literatur lassen sich aber auch Angaben von 1,5 Liter finden. Es ist von vielen individuellen Faktoren abhängig, u.a. vom Alter, vom Geschlecht, von der Körpergröße, vom Körpergewicht und vom Trainingszustand.[1]

3 Bestimmung

Das Residualvolumen kann nicht mittels Spirometrie gemessen werden, sondern muss durch eine indirekte Messmethode, z.B. mittels Heliumverdünnungsmethode, Stickstoffauswaschung oder Ganzkörperplethysmographie, bestimmt werden.

4 Physiologie

Die Summe aus Residualvolumen und Vitalkapazität wird als Totalkapazität (TLC) bezeichnet. Im Alter nimmt die Vitalkapazität, aufgrund der abnehmenden Elastizität von Lunge und Thorax bei fast gleichbleibender Totalkapazität ab. Es resultiert folglich ein erhöhtes Residualvolumen.

Das Residualvolumen dient dazu, die Lungenalveolen bei maximaler Exspiration offen zu halten. Darüber hinaus ermöglicht es der Lunge einen kontinuierlichen Gasausstausch über die Atemphasen hinweg und nivelliert die alveoläre Gaszusammensetzung. Die kohlendioxidreiche Luft des Resiudalvolumens vermischt sich mit der frischen Inspirationsluft, und erzeugt so in den Alveolen eine Mischluft mit höherer Kohlendioxidkonzentration als in der Umgebungsluft.

5 Klinik

Bei einem Pneumothorax ist das Residualvoumen verringert.

6 Quellen

  1. John J. Lofrese; Sarah L. Lappin: Physiology, Residual Volume Last Update: October 27, 2018, abgerufen am 14.12.2018

7 Literatur

  • Huppelsberg, Walter K.J.: Kurzlehrbuch Physiologie: 42 Tabellen, Georg Thieme Verlag 2009 3.Auflage

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