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Relatives Risiko

1 Definition

Das relative Risiko, kurz RR, ist ein Fachbegriff aus der Epidemiologie. Es gibt das Erkrankungsrisiko von exponierten zu nichtexponierten Personen an und beschreibt die Wahrscheinlichkeit, eher mit einem bestimmten Risikofaktor zu erkranken, als ohne.

2 Berechnung

Das relative Risiko kann als Quotient zweier Inzidenzen dargestellt werden.

Relatives Risiko = Inzidenz dissozialer Kinder mit hyperkinetischem Syndrom/Inzidenz dissozialer Kinder ohne hyperkinetisches Syndrom

Ein relatives Risiko von 1 würde bedeuten, dass es keinen Zusammenhang zwischen Risikofaktor und Erkrankung gäbe, da beide Inzidenzen gleich groß sind (was in der Realität nicht stimmt, da HKS-Kinder unbehandelt tatsächlich ein höheres Risiko haben, verhaltensauffällig zu werden).

Ein Ergebnis > 1 bedeutet, dass der Risikofaktor die Wahrscheinlichkeit erhöht, zu erkranken (was in diesem Beispiel der Realität entspricht). Ein relatives Risiko < 1 würde bedeuten, dass der "Risikofaktor" vor der Krankheit schützen würde.

Das relative Risiko wird auch anhand einer Vierfeldertafel deutlich, in welche die Stichprobe oder Grundgesamtheit aufgeteilt wird:

  Erkrankung
  ja nein
Risiko vorhanden A B
Risiko nicht vorhanden C D

Es gilt: RR = (A / (A+B)) / (C / (C+D))

Das relative Risiko wird von anderen Risikoangaben unterschieden, z.B. vom absoluten Risiko, vom attributalen Risiko und von der Odds Ratio.

3 Hintergrund

Relative Risikoangaben können dazu benutzt werden, die Wahrnehmung eines Risikos zu verändern. Dies wird häufig in Studien verwendet, um positive Ergebnisse gegenüber negativen herauszustellen.

Beispiel: Durch die Einnahme eines bestimmten Medikamentes wird das Risiko gesenkt, eine Erkrankung zu bekommen. Von 1.000 Patienten bekamen mit Medikamenteneinnahme 25 die Erkrankung, ohne Medikamenteneinnahme 50. Das relative Risiko wurde also um 50% gesenkt, was sich viel anhört, das absolute Risiko aber nur um 2,5%.

Von Statistikern wird daher gefordert, mit absoluten Risikoangaben zu arbeiten[1].

4 Weblink

DocCheck News: Statistik: Zu 10% liegen Sie 50% falsch

5 Quellen

  1. Wegwarth O, Gigerenzer G, Risikokommunikation: Unnötige Ängste vermeiden, Dtsch Arztebl 2011; 108(17): A-943 (frei zugänglich)

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