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Proguanil

1 Definition

Proguanil wird zum Einen zur Chemoprophylaxe, zum Anderen als Kombinationspräparat im Rahmen einer Therapie gegen die Malaria eingesetzt.

2 Anwendung

Proguanil ist insbesondere als ein Wirkstoff des Kombinationspräparates Atovaquon-Proguanil bekannt. Diese Wirkstoffmischung wird ebenfalls in der Prophylaxe und der Therapie von Malariainfektionen angewendet. Proguanil gibt es aber auch als Monopräparat. Dabei handelt es sich in der Regel um 100 mg Tabletten aus Proguanil-Hydrochlorid.

Eine sichere und wirksame Malariaprophylaxe besteht aus der Einnahme von 200 mg Proguanil-Hydrochlorid täglich. Begonnen werden sollte mit der Einnahme rund eine Woche vor Reisebeginn, die gesamte Reise hindurch und noch bis zu vier Wochen nach der Reise in ein Malaria-Hochrisikogebiet.

Auch wenn es Proguanil als eigenständiges Präparat zu kaufen gibt, so reicht es zu einer komplett sicheren Prophylaxe nicht aus, so dass man es in der Regel mit einem anderen Prophylaxe-Medikament kombinieren sollte. In manchen Regionen der Welt gibt es bereits Resistenzen des Erregers gegen Proguanil-Präparate. Informationen über die Verbreitung dieser Resistenz bekommt man in allen Tropeninstituten.

3 Wirkungsmechanismus

Bei Proguanil handelt es sich um ein sogenanntes Prodrug. Das heißt, es wird nur eine Vorstufe der eigentlich therapeutisch wirksamen Substanz eingenommen. Nach der Einnahme erfolgt in der Leber eine Umwandlung bzw. ein Abbau zu wirksamen Chlorcycloguanil (Chlorproguantil-Metabolit). Der therapeutisch wirksame Effekt des Chlorcycloguanil beruht auf einer Hemmung der Dihydrofolatreduktase (DHFR) und somit der Folsäuresynthese des Parasiten. Insbesondere die Leberschizonten unter den Plasmodien werden aufgrund der Hemmung durch Chlorcycloguanil in ihrer Präerythrozytären sowie Gametozytären Phase geschädigt.

4 Nebenwirkungen

Proguanil gehört zu den Medikamenten, die relativ selten irgendwelche Nebenwirkungen hervorrufen. Zu den am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen zählen Magenbeschwerden, wie Krämpfe oder Schmerzen. Es sind vereinzelt Fälle aufgetreten, in denen es zu schweren allergischen Reaktionen gekommen ist. In der langen Zeit, in denen Proguanil bereits angewendet wird, sind bisher nie irgendwelche schädigenden Reaktionen während einer Schwangerschaft auf Embryo oder Fetus bekannt geworden. Dennoch sollte eine Anwendung von Proguanil währende der Schwangerschaft – insbesondere im Verlauf des ersten Trimesters – nur nach eingehender Abwägung und Erstellen einer Risiko-Nutzen-Analyse durch einen erfahrenen Mediziner erfolgen.

Die einzige bekannte potenziell organschädigende Wirkung dieses Malariamedikamentes ist eine weitere Schädigung der Nieren bei bereits vorhandener akuter Niereninsuffizienz. In diesem Fall ist eine Anwendung von Proguanil nur unter größter Vorsicht zu verantworten, gegebenenfalls sollte hier die Verabreichung eines alternativen, weniger nierenbelastenden Präparates diskutiert werden. Andernfalls kann es zum Auftreten von mitunter schweren hämatologischen Störungen, sowie zur weitern Schädigung der Niere kommen.

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