Knochenmarködem
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LoslegenSynonym: Osteoödem
Englisch: bone marrow edema
Definition
Als Knochenmarködem, kurz KMÖ, bezeichnet man Signalveränderungen bei der Magnetresonanztomographie einer Knochenregion, die sich auf Wasseransammlungen (Ödeme) zurückführen lassen. Es handelt sich daher nicht um ein Ödem im klinischen Sinn.
Hintergrund
Die Spongiosa des betroffenen Knochengewebes zeigt im Vergleich zu typischen Referenzstrukturen in der T1-Wichtung eine erniedrigte (dunkel), in der T2-Wichtung eine erhöhte Signalintensität (hell). Diese Signaländerungen lassen sich auf vermehrte intra- oder extravasale Flüssigkeit (z.B. Blut, Interstitielle Flüssigkeit, Lymphe) zurückführen.
Die Beurteilung eines Knochenmarködems ist altersabhängig. Das physiologische, blutbildende Knochenmark junger Menschen erscheint in der T2-Wichtung heller als das fetthaltige Knochenmark älterer Menschen.
Ursachen
Zu den möglichen Ursachen eines Knochenmarködems zählen u.a.:
- Traumen (z.B. Mikrofrakturen)
- Infektionen
- Entzündungen
- Durchblutungsstörungen
- Degenerative Veränderungen (Arthrose)
- Tumoren
- Reparationsvorgänge (Granulationsgewebe, Kallus)
Bildgebung
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist die Methode der Wahl zum Nachweis eines Knochenmarködems. Im konventionellen Röntgen und in der konventionellen Computertomographie (CT) kann ein Knochenmarködem nicht dargestellt werden.
Mit spektralen CT-Verfahren lässt sich ein Knochenmarködem indirekt über eine Materialdekomposition sichtbar machen. Die Dual-Energy-CT (DECT) ermöglicht über sogenannte virtuelle Calcium-Subtraktionskarten den Nachweis eines Knochenmarködems, der mit der Einzelenergie-CT nicht möglich ist.[1] Die neuere Photon-Counting-CT (PCD-CT) erfasst routinemäßig spektrale Datensätze und erlaubt ebenfalls die Darstellung von Knochenmarködemen.[2][3]
Klinik
Knochenmarködeme können mit klinischen Beschwerden einhergehen (Schmerzen), aber auch stumm sein. Aus dem MRT lassen sich daher keine Rückschlüsse auf die Klinik ziehen.
Quellen
- ↑ Parrott D, Smereka P, Dane B. Dual-energy CT systems: technical aspects and selected clinical applications. Br J Radiol. 2025;98(1175):1724-1735.
- ↑ Bette S, Risch F, Becker J et al. Photon-counting detector CT - first experiences in the field of musculoskeletal radiology. Rofo. 2024;197(1):34-43.
- ↑ Surov A, Niehoff JH. Bone Marrow Edema at Photon-Counting CT. Radiology. 2024;310(2):e231878.