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Plazentares alpha-Mikroglobulin-1

Englisch: placental alpha-microglobulin-1

1 Definition

Das Plazentare alpha-Mikroglobulin-1, kurz PAMG-1, ist ein Glykoprotein, das während der ganzen Schwangerschaft von den Deziduazellen gebildet wird. Es kann als Biomarker zur Erkennung eines vorzeitigen Blasensprungs und/oder einer drohenden Frühgeburt eingesetzt werden.

2 Hintergrund

Das 34 kDa große Protein wird in hohen Konzentrationen in der Amnionflüssigkeit (2.000 bis 25.000 ng/ml) von Schwangeren gefunden. Niedrigere Konzentrationen finden sich im Blut und im zervikovaginalen Ausfluss bei intakter bzw. nicht-rupturierter Fruchtblase und fehlenden Frühgeburtsbestrebungen (0,05 bis 2 ng/ml).

Bei vorzeitigen Wehen kommt es zu einer Translokation des Proteins von der Amnionflüssigkeit in das Vaginalsekret, auch wenn die Fruchtblase noch intakt ist. Diesbezüglich gibt es zwei Theorien. Einerseits wird vermutet, dass PAMG-1 durch mikroskopische Risse transloziert. Hierbei führen inflammatorische Prozesse im Zusammenhang mit vorzeitigen Wehen zu einer vermehrten Bioverfügbarkeit von Enzymen, welche die extrazelluläre Matrix der chorioamniotischen Membranen angreifen und diese Abbauen. Andererseits gibt es die Theorie, dass PAMG-1 mittels Transsudation über vorbestehende Poren in den Membranen ins Vaginalsekret gelangt.

3 Nachweis

Für den Nachweis von PAMG-1 im Vaginalsekret stehen verschiedene Tests, beispielsweise der PartoSure™-Test und der AmniSure™-Test, zur Verfügung. Sie beruhen auf dem immunchromatografischen Nachweis von PAMG-1 durch monoklonale Antikörper.

4 Quellen

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Januar 2022 um 14:53 Uhr bearbeitet.

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