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Corti-Organ

(Weitergeleitet von Organon spirale cochleae)

nach Alfonso de Corti (1822–1888), italienischer Anatom
Synonyme: Corti'sches Organ, Organon spirale cochleae
Englisch: organ of Corti

1 Definition

Das Corti-Organ ist der eigentliche Sitz des Gehörsinnes in der Cochlea des Innenohrs. Es ist ein System aus Sinnes- und Stützzellen, sowie Nervenfasern.

2 Histologie

Das Corti-Organ sitzt der Basilarmembran (Membrana spiralis) auf und ist nach oben hin durch eine azelluläre Deckmembran (Tektorialmembran) vom Lumen des Ductus cochlearis abgetrennt.

Die für die Schallwahrnehmung verantwortlichen Sinneszellen des Corti-Organs werden Haarzellen genannt. Dabei handelt es sich um Mechanorezeptoren, die an ihrem apikalen Zellpol Stereozilien-Büschel tragen. Ihre Spitzen sind durch feine Zellmembranbrücken verbunden, die so genannten tip links. Man unterscheidet nach ihrer Lokalisation zwei Formen vor Haarzellen:

  • äußere Haarzellen (OHC - "Outer Hair Cells"): Sie stehen nebeneinander in drei Zellreihen auf der Außenseite des Corti-Organs. Auf ihrem apikalen Zellpol finden sich 3 Reihen W-förmig angeordneter Stereozilien. Die Stereozilien der äußeren Haarzellen sind in der Tektorialmembran verankert.
  • innere Haarzellen (IHC - "Inner Hair Cells"): Sie befinden sich in einer Zellreihe an der Innenseite des Corti-Organs, d.h. näher am Modiolus. Ihre Stereozilien stehen nicht in Kontakt zur Tektorialmembran.

Im Corti-Organ gibt es insgesamt ungefähr 15.000 Haarzellen. Neben den Haarzellen finden sich auch zahlreiche Stützzellen. Hier unterscheidet man histologisch unter anderem Deiters-Zellen, sowie innere und äußere Pfeilerzellen.

3 Physiologie

Durch die von außen eintreffenden Schallsignale werden die Basilarmembran und die Tektorialmembran gegeneinander verschoben. Diese Bewegung stimuliert die äußeren Haarzellen zu einer aktiven Längenänderung, welche die Schwingung der Basilarmembran im Sinne einer Signalverstärkung modifiziert. Erst dadurch kommt es zur Stimulierung der inneren Haarzellen, die der eigentlichen Reizwahrnehmung dienen und über den Nervus vestibulocochlearis Nervenimpulse zum ZNS schicken.

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